Moraltheologe für Umdenken im Umgang mit Nutztieren

Programmheft S. 96

Programmheft S. 96

Moraltheologe für Umdenken im Umgang mit Nutztieren

Umwelt/Tiere/Theologie

Moraltheologe Michael Rosenberger hat ein Umdenken im Umgang mit Nutztieren in der Landwirtschaft gefordert. "Jedes Tier hat einen Eigenwert unabhängig von seinem Nutzen", sagte der Tier-Ethiker vor etwa 200 Personen beim Katholikentag in Münster. In Deutschland habe man in den letzten Jahren die ganze Tierhaltung dem ökonomischen Effizienzgedanken angepasst. „Das muss jetzt dringend korrigiert werden“, betonte Rosenberger bei einer Podiumsdiskussion mit Landwirten und Konsumenten im Fürstenberghaus.  

Kai Braunmiller, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Fleischhygiene, Tierschutz und Verbraucherschutz, sieht vor allem politischen Handlungsbedarf. Die Vorschriften für die Haltung von Tieren müssten dringend erneuert werden, sagte der Tierarzt. Dafür sei die Politik zuständig. Ein entsprechendes Gutachten liege vor, aber das Bundesministerium tue sich schwer, "unsere Einschätzungen" umzusetzen.

Nicole Podlinski und Albert Schulte to Brinke von der katholischen Landvolk-Bewegung betonten die Verantwortung des Konsumenten. Jeder habe die Möglichkeit, an gewissen Stellschrauben zu drehen. "Es würde Vieles verändern, wenn wir darauf achten würden, dass wir wieder mehr vom ganzen Tier essen", sagte Podlinski. Schulte to Brinke ergänzte: "Wir müssen auch wieder bereit sein, mehr für Fleisch zu zahlen." 

Diese Seite teilen