Buck für differenzierten Umgang mit Gewalt in Kinofilmen

Programmheft S. 84

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Buck für differenzierten Umgang mit Gewalt in Kinofilmen

Film/Gewalt

Der Regisseur und Schauspieler Detlev Buck hat sich gegen Gewalt in Kinderfilmen gewandt. "Für Sechsjährige verändere ich meine Filme so lange, bis sie sich damit wohlfühlen und nicht ängstigen", sagte er am Donnerstag beim Katholikentag in Münster. "Was habe ich denn davon, sie zu schockieren", so der Macher von Filmen wie "Bibi und Tina". "Kinder haben es verdient, eine heile Welt kennenzulernen. Das Verstörende kann man später kennenlernen", sagte er bei dem Podium "Schrecklich schön! Faszination von Gewalt und Schrecken in der Kunst".

"Gewalt erzeugt Spannung, und Spannung mögen Menschen", erklärte der Regisseur zur Publikumswirksamkeit solcher Produktionen. Bei seinem Film "Knallhart" (2006), bei dem es um die passiven und aktiven Gewalterfahrungen eines 15-Jährigen geht, habe er keinen "aufklärerischen" Ansatz im Auge gehabt. "Mich hat die Fabel interessiert: Er nimmt Schuld auf sich und stellt sich ihr." Ein Jahr habe es gedauert, bis er auf seinen Hauptdarsteller David Kross gestoßen sei.

Als der Film damals in die Kinos gekommen sei, seien zeitgleich die Probleme an der Berliner Rütlischule öffentlich geworden.  Deshalb habe er damals auch mit einer niedrigen Zahl von 150.000 Kinobesuchern gerechnet, sagte Buck. Denn: "Die Leute setzen sich dem nicht so gerne aus.“ Andererseits hätten "provokante Streifen" wie "Natural Born Killers" Konjunktur. "Da wird es mir physisch schlecht", bekannte er.

Weiter berichtete Buck, er sei kürzlich wegen eines neuen Projekts über Holocaust-Überlebende drei Tage lang in Auschwitz gewesen. "Ich dachte, wir setzen uns dem mal aus", so der Regisseur. "Ich hab die erste Nacht gar nicht gut geschlafen. Ich weiß noch gar nicht, wie ich das mache. Das ist zu groß. Da hab' ich den Schlüssel noch nicht", sagte der Künstler. Er überarbeite gerade das Drehbuch: "Aber das muss man machen."

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