Bischöfe wollen Orientierungshilfe zu Embryonenschutzgesetz

Programmheft S. 82

Programmheft S. 82

Bischöfe wollen Orientierungshilfe zu Embryonenschutzgesetz

Medizin/Ethik

Die katholischen Bischöfe arbeiten mit Blick auf neue biomedizinische Methoden an einer Orientierungshilfe für eine mögliche Überarbeitung des Embryonenschutzgesetzes. Sie reagieren damit auf eine wachsende Zahl von Forderungen aus Medizin und Wissenschaft, das geltende Gesetz von 1990 zu überarbeiten, weil es überholt sei. Die Regelung gilt international mit Blick auf den Schutz der Embryonen als sehr streng.

Der Vorsitzende der Bioethik-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Gebhard Fürst, sagte am Donnerstag auf dem Katholikentag in Münster, das Gesetz von 1990 sei angesichts der neuen Möglichkeiten der Fortpflanzungsmedizin reformbedürftig. Klar sei jedoch, so der Rottenburger Bischof: "Das Glück von uns Lebenden soll nicht durch das Unglück von noch nicht Geborenen erkauft werden."

Fürst verwies unter anderem auf die sogenannte Gen-Schere "CRISPR-Cas9". "Die Idee der Machbarkeit erscheint vielen Menschen unendlich plausibel", so der Bischof. "Noch erscheint uns ein 'Designer-Baby' weit weg, aber der Weg dorthin hat bereits begonnen." Man dürfe jedoch die ethische Verantwortung nicht außer acht lassen.

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