Bischof Feige würdigt die Ökumene unter Papst Franziskus

Programmheft S. 175

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Bischof Feige würdigt die Ökumene unter Papst Franziskus

Kirchen/Ökumene

Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige hat das ökumenische Engagement des Papstes gewürdigt. Franziskus sei "ein ökumenisch inspirierter und ökumenisch inspirierender Papst", sagte Feige am Donnerstag beim Katholikentag in Münster bei einer Podiumsdiskussion. Franziskus stehe in der Tradition des Zweiten Vaticanums, setze aber auch eigene Akzente. Die Einheit der Christen sei die zentrale Sorge des Papstes. Er pflege eine Ökumene der Begegnung und setze starke Symbole. Dadurch werde die Glaubwürdigkeit des Evangeliums gestärkt. 

Der orthodoxe Bonner Metropolit Augoustinos sagte, Franziskus erinnere ihn an die "Apostel, als sie noch Fischer waren". Auch er selbst wünsche sich mehr Gemeinschaft unter den verschiedenen christlichen Kirchen: "Christ zu sein heißt für mich, auch ökumenisch zu sein." Auch andere Religionen und Atheisten dürfe man auf dem gemeinsamen Weg nicht ausschließen. Die Kirche von Morgen müsse nicht hochtheologisch sein; stattdessen solle ihre Botschaft für alle Menschen leicht verständlich sein.

Die stellvertretende Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, wies auf ein logisches Dilemma bei der Öffnung der katholischen Kirche hin: Der Papst wolle vertikale Hierarchien abbauen. Diese Reform allerdings "von oben" anzuordnen, sei paradox: "Unser Modell von Kirche ist nicht, dass vorne jemand steht und sagt wo es langgeht." Der Erste unter den Christen sei für die Protestanten nicht der Papst, sondern Jesus Christus. 

Alle drei betonten, den gemeinsamen Weg zu mehr Ökumene weitergehen zu wollen. Die Annäherung der Kirchen sei ein langsamer, aber erfolgreicher und wichtiger Prozess. Das Podium in der Gesamtschule Münster Mitte stand unter dem Motto "Die Spaltung unter uns Christen ist ein Skandal!" nach dem gleichnamigen Buch von Papst Franziskus. 

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