Kauder: Sensibilität für Religionsfreiheit ist gewachsen

Programmheft S. 138

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Kauder: Sensibilität für Religionsfreiheit ist gewachsen

Religion/Gesellschaft

Nach Einschätzung von Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hat die Sensibilität für die Religionsfreiheit in der Politik stark zugenommen. Zugleich betonte er am Donnerstag beim Katholikentag in Münster, Deutschland müsse das Land der Religionsfreiheit bleiben, "ansonsten werden wir für unsere Glaubensgeschwister weltweit wenig erreichen können". Er begrüße es sehr, dass die neue Bundesregierung vor wenigen Wochen erstmals einen Religionsfreiheitsbeauftragten benannt habe.

Kauder führte weiter aus, das Auswärtige Amt habe sich zunächst sehr schwer getan, die Bitte des Bundestags nach einem Bericht zur weltweiten Religionsfreiheit zu erstellen. Es habe in dem Ministerium die Sorge bestanden, sich dadurch wichtige Gestaltungsspielräume in nicht-demokratischen Ländern zu verwirken. Der vor zwei Jahren veröffentlichte Bericht sei deshalb sehr allgemein ausgefallen, so Kauder. Er kündigte an, dass der nächste sehr viel konkreter ausfallen  und einzelne Länder mit Blick auf die dort bestehende Religionsfreiheit untersuchen werde.

Auch der Trierer Bischof Stephan Ackermann betonte die Bedeutung der Religionsfreiheit. Er bezeichnete diese als "Lackmustest" für alle Staaten. Wenn es schlecht um diese bestellt sei, sei es auch schlecht um andere Menschenrechte bestellt, so Ackermann. Er würdigte, dass es im Bundesentwicklungsministerium seit der vergangenen Legislaturperiode den Bereich "Entwicklung und Religionen" gebe. Die Politik habe erkannt, dass man dort manche Fragen wie die Gleichstellung von Mann und Frau nicht diskutieren könne, ohne Religionsvertreter einzubeziehen.

Ackermann sprach sich weiter dafür aus, eine in Europa vorhandene Islamophobie zurückzudrängen. "Natürlich gibt es da Fanatiker und Terroristen", so Ackermann. Religionen seien in diesem Bereich leider sehr anfällig. Nötig sei aber eine Differenzierung.

Der Präsident des Hilfswerks missio Aachen, Prälat Klaus Krämer, betonte, man müsse vielen Entwicklungsländern zugestehen, dass sie mit Blick auf die Religionsfreiheit dazulernen könnten. Auch die katholische Kirche habe seit dem Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) gezeigt, dass sich da in den eigenen Reihen vieles verändert habe und ein respektvoller Umgang mit anderen Religionen selbstverständlich sein könne.  

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