Großraumpfarrei oder Kirche vor Ort?

Programmheft S. 139

Programmheft S. 139

Großraumpfarrei oder Kirche vor Ort?

Kirche/Gemeinden/Seelsorge

In vielen Bistümern sind Strukturprozesse im Gang. Pfarrgemeinden werden zusammengelegt, die pastoralen Räume größer. XXL-Pfarreien sind in vielen Diözesen keine Seltenheit.
Demgegenüber steht der Wunsch von Gläubigen nach Nähe, nach erreichbaren Gemeindezentren und Gottesdiensten. Es herrscht eine große Ambivalenz. Das wurde bei der Veranstaltung "Zukunft der Kirche vor Ort - zwischen Dauerzoff und Grabesruh'" deutlich. Vier Impulse dienten als Einstieg und Einstimmung ins Thema. Die Statements zeigten, dass Beteiligung von Laien, das Thema "Wer hat die Leitungskompetenz?" oder neue pastorale Orte bei den Strukturprozessen eine wichtige Rolle spielen.

Es gehe nicht darum, dass jeder Kirchturm überlebe, sagte der Generalvikar des Bistums Essen, Klaus Pfeffer. "Es geht darum, dass das Christentum in der Gesellschaft überlebt und dass wir zusammenrücken müssen." Man wäre sich einig, dass es so nicht weitergehen könne und dass sich etwas verändern müsse, so Pfeffer weiter. "Alle wollen Veränderung, aber wenn sich was verändert, will das auch keiner haben."

Viele der Fragen aus dem Publikum drehten sich um das Thema Leitung von Laien und den Priestermangel. Der BDKJ-Bundesvorsitzende Thomas Andonie sprach sich dafür aus, gemeinschaftlich nach neuen Leitungsstrukturen zu suchen. Er forderte zudem, die pastoralen Berufe attraktiver zu gestalten, damit wieder mehr junge Menschen einen solchen Berufsweg einschlagen.

Weitere Fragen zeigten, dass die Strukturprozesse in den Bistümern schmerzhaft sind. Dadurch hätten sich auch viele Menschen von der Kirche abgewendet.

Die wachsende Mobilität wirkt sich laut Andonie auch auf die Gemeinden aus. "Wir müssen über andere Orte nachdenken, die Kirche sein können." Auf diese neue Mobilität müssten Antworten gefunden werden. Hier könnten Jugendverbände eine Hilfe sein.

dkh

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