Theologische Diskussionen über aktuelle Fragen in Kirche, Politik und Gesellschaft

S. 145ff

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Theologische Diskussionen über aktuelle Fragen in Kirche, Politik und Gesellschaft

Theologie/Kirche/Wissenschaft

Der Katholikentag will nicht nur ein großes Fest des Glaubens sein, sondern auch ein Fest des Nachdenkens über den Glauben. Entsprechend gibt einen eigenen Themenbereich "Kirche und Theologie". Dabei geht es nicht um abgehobene Debatten im Elfenbeinturm, sondern um theologische Auseinandersetzungen mit ganz pragmatischen, lebensnahen Fragen aus Kirche, Politik und Gesellschaft.

Der Berliner Philosoph und Politikwissenschaftler Otto Kallscheuer etwa diskutiert mit dem Theologen Andreas Lob-Hüdepohl über "Christliches Abendland - Streit um einen Begriff" und auch sogenanntes neurechtes Christentum. Auf dem Podium "Wahr(heit) sprechen" mit dem Berliner Sozialethiker Pater Thomas Eggensperger und dem Freiburger Moraltheologen Eberhard Schockenhoff richtet sich der Fokus auf Verkündigung in Zeiten "alternativer Fakten".

Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, geht unter dem Stichwort "Sexueller Missbrauch - Krise und Zeichen der Zeit" mit anderen Theologen der Frage nach, was der Missbrauchsskandal für Theologie und kirchliche Praxis bedeuten. Auch das Podium "Aufdecken - aufarbeiten - verhindern" thematisiert die Verantwortung der Kirche bei sexualisierter Gewalt, unter anderem mit dem Theologen und Psychotherapeuten Wunibald Müller und Vertretern von Betroffenenorganisationen.

In der Runde "Störfaktor Religion - Wie viel Glaube verträgt die Öffentlichkeit" stoßen der Arzt und Kabarettist Eckart von Hirschhausen, die muslimische Frauenrechtlerin und Juristin Seyran Ates und der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki aufeinander. Um Versöhnung zwischen Lesben, Schwulen und der Kirche geht es auf dem Podium "Ernst gemeinte Entschuldigung" mit der früheren Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), dem Essener Weihbischof Ludger Schepers und dem Jesuiten Klaus Mertes. 

Erstmals auf einem Katholikentag lädt in Münster die Deutsche Bischofskonferenz zu einer selbst organisierten Veranstaltung ein. Das Hearing "Im Heute glauben" beschäftigt sich mit dem Zusammenhalt der Gesellschaft und der Rolle der Kirche dabei. Zu den Diskutanten zählen Kardinal Reinhard Marx, Sozialbischof Franz-Josef Overbeck, die Erfurter Pastoraltheologin Maria Widl und die Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Katharina Norpoth.

Theologisch buchstabieren weitere Podien das Katholikentagsmotto "Suche Frieden" durch: Um Kirche in Postkonfliktgesellschaften geht es bei "Kein Frieden ohne Versöhnung", "Am Ende einer langen Reise" fragt nach der neuen kirchlichen Heimat von Flüchtlingen, bei "Ich wasche meine Hände in Unschuld" steht der aktuelle Streit um das Kirchenasyl im Mittelpunkt. Überdies kommen binnenkirchliche Themen zur Sprache wie die Rolle der Frau, der Strukturwandel in Bistümern und Pfarrgemeinden sowie die Beteiligung von Laien. 

wol

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