Willst du Frieden, bereite den Krieg vor - Ausstellungen in Münster

S. 381; S.90/91

S. 381; S.90/91

Willst du Frieden, bereite den Krieg vor - Ausstellungen in Münster

Gesellschaft/Politik/Ausstellungen

Die Römer waren Kriegsspezialisten. Doch sie hatten auch Weisheiten für den Frieden: Si vis pacem – para bellum. Wenn du Frieden willst, bereite dich für den Krieg vor. Sehr schnell ist man da beim Konzept der atomaren Abschreckung. Und genau so funktioniert die Ausstellungsserie "Frieden. Von der Antike bis heute“, die in gleich fünf Museen der Stadt Münster gezeigt wird. Man stellt sich Fragen.

Ist Frieden Abwesenheit von Krieg? Braucht es wirklich erst den Krieg, um Frieden zu wollen? Und warum reden alle von Frieden, wenn unfriedliche Absichten mit Händen zu greifen sind. Rund 660 Ausstellungsstücke – von Gemälden, Zeichnungen und Plakaten über Münzen, Briefe und Verträge bis hin zu antiken Statuen und archäologischen Rekonstruktionen sind zu sehen.

Sie führen den Betrachter auf eine irritierende Zeitreise. Ob Orpheus auf der Leier für die friedlich versammelten Tiere singt; ob Irene im Spiegel in die hässliche Fratze des Krieges blickt; ob aus finsteren Kohlezeichnungen die Schrecken der Schützengräben des Ersten Weltkriegs grinsen – stets schillern die Begriffe, stets arbeiten sich die Künstler an der Janusköpfigkeit von Krieg und Frieden ab.

Das Kunstmuseum Pablo Picasso stellt zwei von dessen Hauptwerken in den Mittelpunkt: das Anti-Kriegsbild "Guernica", freilich nicht das Original, sowie seine berühmten Friedenstauben.

Warum hält Frieden nicht? Wie kann man gar friedensmüde sich über einen Krieg freuen oder einen epochalen europäischen Friedensschluss nach 30 Jahren Krieg als eine Niederlage werten? Die Ausstellungen geben, wenn auch keine klaren Antworten, so doch eine Menge Denkanstöße – nicht zuletzt durch den weiten zeitlichen Horizont von der Antike bis zu Kim Jong-Un. Zum Katholikentagsmotto „Suche Frieden“ passen sie – um in einem unfriedlichen Bild zu sprechen – wie die Faust aufs Auge.

Neben diesen fünf Ausstellungen, im Stadtmuseum Münster, im Kunstmuseum Pablo Picasso, im Archäologischen Museum der Universität und, gleich nebenan, zweimal im LWL-Landesmuseum für Kunst und Kultur, gibt es mehrere kleinere Schauen im Rahmen des Katholikentagsprogramms. Allein drei davon finden sich in der Halle Münsterland, wo auch die großen Podien des Treffens durchgeführt werden.

Service:
Ausstellung "Frieden. Von der Antike bis heute" sowie Ausstellung des Bistums Münster, beide im LWL-Museum für Kunst und Kultur, Domplatz 10; Archäologisches Museum der Westfälischen Wilhelms-Universität, Domplatz 20-22; Kunstmuseum Pablo Picasso, Picassoplatz 1; Stadtmuseum Münster, Salzstraße 28.
 

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