Radfahrer haben in Münster das Sagen

Radfahrer haben in Münster das Sagen

Buntes/Umwelt/Verkehr

Wer Münsters frisch renovierten Hauptbahnhof verlässt, weiß sofort, wer hier verkehrstechnisch wirklich das Sagen hat: die zahllosen Radfahrer auf ihren "Leezen", wie der westfälische Insider sagt.

Täglich bewegen sich rund 100.000 Menschen radelnd durch die Stadt - bei Wind und Wetter. Wie viele Fahrräder es in Münster gibt, kann keiner so genau sagen. Statistisch gesehen nennt jeder der rund 311.000 Einwohner schätzungsweise nahezu zwei Fahrräder sein eigen. Das Straßenbild bestätigt es: Fahrräder haben eindeutig die Oberhand, ob aktiv genutzt oder herumstehend. Im hochmodernen Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof sind sie unterirdisch und in mehreren Etagen übereinander geschichtet.

Münster ist schon allein aufgrund seiner steigungsarmen Topografie ideal für Fahrräder – längst nicht nur für die rund 50.000 Studenten. Schon häufig wurde es für sein exzellentes Wegenetz vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) zur Fahrradhauptstadt Deutschlands gekürt. Alle größeren Straßen im Stadtgebiet verfügen über Radwege und –spuren: insgesamt rund 270 Kilometer, überall findet man Fahrradständer.

Trotz vieler Möglichkeiten optimaler Diebstahlsicherung verursacht ein einziges Delikt in der ansonsten friedlichen Friedensstadt einen Ausreißer in der Kriminalstatistik: der Fahrradklau. Jährlich werden in Münster rund 6.000 Räder als gestohlen gemeldet – die Dunkelziffer dürfte dramatisch höher sein. Die Polizei hat damit alle Hände voll zu tun. Zudem gilt eine besondere Verkehrsregel: Radler haben immer Vorfahrt. Sie sind Münsters ungekrönte Könige – gelegentlich zum Leidwesen von Autofahrern und Fußgänger.

Auch die Katholikentagsbesucher werden im Programmheft vor den „häufig sehr zügig und selbstbewusst“ radelnden Ortskundigen gewarnt. Umgekehrt profitieren die Gäste auch von den Vorzügen der Fahrradmetropole, wenn sie die – ohnehin eher kurzen – Entfernungen zwischen den Veranstaltungen per Rad zurücklegen. Und im Programm selbst hinterlässt Münsters Lieblingsverkehrsmittel seine (Reifen-)Spuren:

Unter der Überschrift "Tour de Münster. Mit dem Fahrrad durch die Friedensstadt" wird am Freitag eine vierstündige Exkursion für Pedalritter angeboten. Die Teilnehmer „erfahren“ klimafreundliche, flexible und dennoch individuelle Mobilitätssysteme, versprechen die Organisatoren vom Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster. Fahrräder werden gestellt (10.00 bis 14.15 Uhr, Seite 118). Bereits am Donnerstag gibt es eine ähnliche Veranstaltung eigens für junge Leute: „Münsteraner Fahrradtour. Auszeit und Frieden finden“ (16.30 bis 18.00 Uhr); ein Angebot der Malteser Jugend, Diözesanjugendreferat Münster.

Wie Umweltschutz und Spiritualität perfekt verknüpft werden können, zeigt die Veranstaltung "Beten auf dem Fahrrad. Den Alltag geistlich leben" am Donnerstag um 14.00 Uhr. Darüber hinaus kann man am gleichen Tag radelnd einen Milchviehbetrieb (13.00 bis 17.00 Uhr) sowie Wegkreuze und Bildstöcke (15.00 bis 18.00 Uhr) besichtigen - womit gleich mehrere  für das Münsterland typische Themen vereint wären. Und als Kreativ- und Mitmachangebot der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) Diözesanverband Münster kann man ebenfalls am Donnerstag (12.00 bis 18.00 Uhr) seinen Fahrradreifenabdruck „Suche Frieden“ hinterlassen.

fast fertig: Vorbericht Fahrrad

fast fertig: Vorbericht Fahrrad

Fahrräder

Wer Münsters frischrenovierten Hauptbahnhof verlässt, weiß sofort, wer hier verkehrstechnisch wirklich das Sagen hat: die zahllosen Radfahrer mit ihren „Leezen“, wie der westfälische Insider sagt.

Täglich bewegen sich rund 100.000 Menschen radelnd durch die Stadt - bei Wind und Wetter. Wie viele Fahrräder es in Münster gibt, weiß keiner so genau. Laut Schätzungen nennt jeder der rund 311.000 Einwohner statistisch gesehen nahezu zwei Fahrräder sein eigen. Das Straßenbild bestätigt es: Fahrräder haben eindeutig die Oberhand, ob beritten von Menschen oder herumstehend. Im Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof sind Räder unterirdisch und in mehreren Etagen übereinander geschichtet.

Münster ist schon allein aufgrund seiner steigungsarmen Topografie ideal für Fahrräder – längst nicht nur für die rund 50.000 Studenten. Schon häufig wurde es für sein exzellentes Wegenetz vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) zur Fahrradhauptstadt Deutschlands gekürt. Alle größeren Straßen im Stadtgebiet verfügen über Radwege und –spuren; insgesamt rund 270 Kilometer, überall findet man Fahrradständer. Trotz dieser Möglichkeiten optimaler Diebstahlsicherung verursacht ein einziges Delikt in der ansonsten friedlichen Friedensstadt einen Ausreißer in der Kriminalstatistik: Der Fahrradklau. Jährlich werden in Münster rund 6.000 Räder als gestohlen gemeldet – die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein. Das Polizeipräsidium hat dazu eine eigene Ermittlungskommission gebildet. Zudem gilt eine besondere Verkehrsregel: Radler haben immer Vorfahrt. Sie sind Münsters ungekrönte Könige – gelegentlich zum Leidwesen von Autofahrern und Fußgänger.

Auch die Katholikentagsbesucher werden im Programmheft vor den „häufig sehr zügig und selbstbewusst“ radelnden Ortskundigen gewarnt. Umgekehrt profitieren die Gäste auch von den Vorzügen der Fahrradmetropole, wenn sie die – ohnehin eher kurzen – Entfernungen zwischen den Veranstaltungen per Fahrrad zurücklegen. Und im Programm selbst hinterlässt Münsters Lieblingsverkehrsmittel seine (Reifen-)Spuren:

Unter der Überschrift „Tour de Münster. Mit dem Fahrrad durch die Friedensstadt“ wird am Freitag eine vierstündige Exkursion für Pedalritter angeboten. Die Teilnehmer „erfahren“ klimafreundliche, flexible und dennoch individuelle Mobilitätssysteme kennen, versprechen die Veranstalter. Organisiert wird die Tour vom Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster; Fahrräder werden gestellt ((10.00 bis 14.15 Uhr, Seite 118). Bereits am Donnerstag gibt es eine ähnliche Veranstaltung eigens für junge Leute: „Münsteraner Fahrradtour. Auszeit und Frieden finden“ (16.30 bis 18.00 Uhr); ein Angebot der Malteser Jugend, Diözesanjugendreferat Münster.

Wie Umweltschutz und Spiritualität perfekt verbunden werden kann, zeigt die Veranstaltung „Beten auf dem Fahrrad. Den Alltag geistlich leben“ am Donnerstag um 14 Uhr. Darüber hinaus kann man radelnd einen Milchviehbetrieb sowie Wegkreuze und Bildstöcke besichtigen - womit gleich mehrere  für das Münsterland typische Themen miteinander verbunden wären.  Und als Kreativ- und Mitmachangebot der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) Diözesanverband Münster kann man am Donnerstagnachmittag seinen Fahrradreifenabdruck „Suche Frieden“ hinterlassen.

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