Marx plädiert für eine an den Menschenrechten orientierte Flüchtlingspolitik

Marx plädiert für eine an den Menschenrechten orientierte Flüchtlingspolitik

Katholikentag/Gottesdienst/Abschluss

Der 100. Deutsche Katholikentag ist am Sonntag mit einem Festgottesdienst unter freiem Himmel zu Ende gegangen. Bei strahlendem Sonnenschein hatten sich 25.000 Gläubige auf dem Augustusplatz in der Leipziger Innenstadt eingefunden. An der Messe vor der Kulisse der Universität nahmen auch alle fünf ostdeutschen katholischen Bischöfe, darunter der künftige Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers, teil.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, forderte in seiner Predigt eine Asyl- und Flüchtlingspolitik, die sich an den Menschenrechten orientiert. Für Christen gebe das Evangelium die Prinzipien vor, an denen nicht gerüttelt werden könne: Europa dürfe nicht zur Festung werden, an deren Grenze Tausende Menschen ertränken. "Niemand darf in Krieg und Verfolgung zurückgeschickt werden", sagte der Münchner Erzbischof. Jeder Flüchtling habe das Recht auf ein faires Asylverfahren und menschenwürdige Behandlung.

Marx rief die Katholiken auf, sich der Not der Menschen zuzuwenden. Die Kirche dürfe nicht um sich selber kreisen. "Wir wollen keine selbstverliebte, nur ihre eigene Identität suchende Kirche", fügte er hinzu. In Jesus Christus sei deutlich geworden, wie sehr Gott sich den Menschen zugewandt habe. Marx lobte in diesem Zusammenhang das Engagement der für die katholische Kirche in Deutschland typischen Laienbewegung. Insbesondere die 100 Katholikentage hätten dafür gesorgt, dass die Kirche die Lebenswirklichkeit der Menschen nicht aus dem Blick verliere.

Der Leipziger Katholikentag, der vom 25. bis 29. Mai stattfand, stand unter dem Motto "Seht, da ist der Mensch". Gezählt wurden 34.000 Teilnehmer mit Dauerkarten sowie jeweils 6.000 Tagesgäste. Der nächste Katholikentag findet 2018 in Münster statt.

baj/cas

Diese Seite teilen