Musical, Kabarett, Picknickboxen und ein überfüllter Gottesdienst

S. 36

S. 36

Musical, Kabarett, Picknickboxen und ein überfüllter Gottesdienst

Katholikentag/Buntes

Ein Rock-Musical, Chaoskabarett und Gospeln zum Mitmachen - all das und noch vieles mehr konnten die Katholikentagsbesucher am Samstagsabend unter freiem Himmel in der Leipziger Innenstadt genießen. Schon Mephisto riet schließlich dem Faust, als er ihn hier in lustige Gesellschaft bringen wollte: "Damit du siehst, wie leicht sich's leben lässt. Dem Volke hier wird jeder Tag ein Fest." In den Straßen und Gassen wimmelte es von Trägern grüner Tücher und Schals. Und für den Abend "Danke, Leipzig" hatten sich die Veranstalter etwas ganz Besonderes ausgedacht: Erstmals konnten Katholikentagsbesucher die Leipziger zu einem Picknick einladen und dafür sogenannte Picknickboxen erwerben. An prominenten Plätzen stellten Helfer dafür eigens Tische auf. 

Das kam an: Bereits vor der eigentlichen Ausgabezeit um 19 Uhr kauften die ersten die weißen Papiertüten. Die Helfer kamen kaum nach mit dem Decken der Tische. Der Proviant konnte dort erworben werden, wo auch gedeckt war: Etwa an der Nikolai- und Thomaskirche, an der Moritzbastei oder am kleinen Wilhelm-Leuschner-Platz. Insgesamt an sieben Orten gab es auf diese Weise für die Leipziger und ihre Gäste die Möglichkeit, unkompliziert beim Essen ins Gespräch zu kommen.

Und die Box war reichhaltig gefüllt mit regionalen Produkten. Neben einem eigens kreierten Katholikentagsbrot fanden sich darin Käse, westfälische Knacker und die Leipziger Lerchen - eine Gebäckspezialität aus der Messestadt.

Dazu kam viel Altbewährtes aus 100 Jahren Katholikentags-Tradition: Auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz spielten Bigbands aus ganz Deutschland. Den Anfang machten die Gruppe Jazzociation aus dem Sankt Benno Gymnasium in Dresden und die Kölner Bigband "Heaven's Gate". Später folgte noch die A-capella-Band "Delta Q" aus Berlin, die den Auftritt beim "Jugend kulturell Förderpreis 2015" gewonnen hatte. Am Neuen Rathaus präsentierten sich noch einmal die katholischen Hilfswerke mit Folk aus Berlin und Klezmer-Musik aus Dresden und Darmstadt.

Beim "Best of Cabarett" bildeten sich schon am frühen Abend lange Schlangen. Voll waren auch andere Orte. So musste die geschichtsträchtige Nikolaikirche wegen Überfüllung geschlossen werden. Trotz des milden Abends hatten sich viele entschlossen, noch den Gottesdienst zu besuchen.

wil/sdk/

Diese Seite teilen