Minister Gröhe lobt gesellschaftlichen Zusammenhalt bei Pflege

S. 159

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Minister Gröhe lobt gesellschaftlichen Zusammenhalt bei Pflege

Soziales/Pflege/Finanzen

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat es als gutes Signal gewertet, dass die Anhebung des Beitrags zur Pflegeversicherung in Deutschland ohne Proteste geblieben ist. "Das zeigt, wie solidarisch diese Gesellschaft ist", sagte er am Samstag beim Katholikentag in Leipzig. Gröhe warb zugleich für eine Stärkung pflegender Angehöriger. "Wer richtig erschöpft ist, ist der Pflegende, nicht der Pflegebedürftige", so der Minister, der selbst einen pflegebedürftigen Vater hat. Der Versicherungsbeitrag war Anfang 2015 auf 2,35 Prozent des Bruttolohns angehoben worden. Arbeitgeber und Beschäftigte zahlen je die Hälfte.

Der Freiburger Pflegewissenschaftler Thomas Klie sagte bei der Podiumsdiskussion unter dem Leitwort "Pflege ist kein Kinderspiel", es gebe bei der Betreuung von Angehörigen eine erstaunliche Solidaritätsbereitschaft gerade in der Nachbarschaft. "Dies wird gerne übersehen." Klie verlangte verstärkte Investitionen in eine "Gesellschaft, die Anteil nimmt". Dabei gelte es auch, neue Bilder zu etablieren und auf Begrifflichkeiten zu achten. Als Beispiel nannte er das abwertend gemeinte Wort "Pflegefall". - In Deutschland werden rund zwei Drittel der Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld versorgt.

Der Präsident des Familienbundes der Katholiken (FDK), Stefan Becker, stellte einen "Leipziger Appell zur Pflege" vor. Darin spricht sich der Verband dafür aus, Pflegeleistungen stärker als bisher bei der Rente anzuerkennen. Zudem müssten Beruf und Pflege besser vereinbar sein. Der FDK wirbt für Lohnersatzleistungen nach dem Vorbild des Elterngeldes sowie einen Anspruch auf Pflegezeit für alle Beschäftigten. Bisher hängt dies von der Betriebsgröße ab. Gröhe warnte indes vor zu hohen Erwartungen an die Politik. Er verwies auf bereits erfolgte Leistungsverbesserungen in der Pflege.

buc/baj

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