Thierse: Ohne uns Christen wird es gefährlich

S. 69

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Thierse: Ohne uns Christen wird es gefährlich

Kirchen/Rechtsextremismus

Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat die Katholiken und Protestanten aufgerufen, sich stärker gegen Rechtsextremismus zu engagieren. "Wir Christen sollten diese Demokratie leben und verteidigen", sagte Thierse am Samstag beim Katholikentag in Leipzig. Dies müsse gerade in "Zeiten der Bitterkeit und Enttäuschung" geschehen. "Ohne uns wird es gefährlich", fügte der SPD-Politiker hinzu, der selbst katholisch ist.

Das Schüren von Ängsten und Hass durch Rechtspopulisten gehe alle Christen an, so Thierse. Diese dürften sich mit ihren demokratiefeindlichen und rassistischen Parolen nicht durchsetzen. Er nannte in diesem Zusammenhang auch die AfD. Diese Partei habe sich zum Sammelbecken von ausländerfeindlichen Vorurteilen entwickelt. 

Mit Blick auf die Zuwanderung durch Flüchtlinge betonte er, die Willkommenskultur müsse nun in den Alltag übersetzt werden. Die Kirchen könnten dabei helfen, "diese nüchterne Einsicht" umzusetzen.

"Unser Land wird sich ändern", gab Thierse zu bedenken. "Es wird ethnisch und religiös bunter und pluralistischer und wohl auch anstrengender und konfliktreicher." Er hoffe, dass es gelinge, "dass die, die zu uns kommen, hier heimisch werden, und dass denen, die hier heimisch sind, das Land nicht fremd wird".

 wil/baj

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