Bischof Bode: Papst-Vorschlag zur Diakoninnenweihe muss geprüft werden

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Bischof Bode: Papst-Vorschlag zur Diakoninnenweihe muss geprüft werden

Kirche/Frauen

Dass Frauen eine stärkere Rolle in der katholischen Kirche haben sollen, war völlig unbestritten. Ob es aber in absehbarer Zeit zu einer Weihe von Diakoninnen kommen wird, blieb beim Podium "Frauen.Macht.Kirche. Berufen zu Diensten und Ämtern" am Samstag auf dem Leipziger Katholikentag umstritten.

Es sei lange Tradition in der Kirche gewesen, dass nicht-geweihte Männer das Amt eines Kardinals ausübten, sagte der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller in Leipzig. "Warum sollte es nicht auch Kardinalinnen geben?"

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode wies darauf hin, dass die Ankündigung des Papstes, eine Kommission zur Diakoninnenweihe einzuberufen, erst genau untersucht werden müsste. "Ich bin nicht sicher, dass eine Diakoninnen-Weihe so schnell akut wird." Er sei jedoch dankbar dafür, dass Franziskus deutlich gesagt habe, dass das zu klären sei. Auch die Frauenkommission der Deutschen Bischofskonferenz, dessen Vorsitzender er ist, müsse dieser Frage nachgehen.

Bode verwies darauf, dass sich die deutschen Bischöfe bereits während des Studientags 2013 in Trier dazu verpflichtet hätten, bis 2018 nachzuhalten, wie die Situation von Frauen in kirchlichen Ämtern aussehe. "Wir müssen davon weg, dass der Priester der Allround-Manager ist." Er müsse eher die Funktion als geistlicher Leiter einnehmen. Um etwa Gemeindereferenten mehr Kompetenz zusprechen zu können, brauche es eine neue Form der Ausbildung. Nicht-Geweihte dürften nicht "die verlängerten Arme der Geweihten" sein, sondern müssten eigene Aufgaben erhalten.

Die Leiterin des Seelsorgeamtes im Bistum Erfurt, Anne Rademacher, betonte, dass die Arbeit in der Gemeinde vor allem Team-Arbeit sei. Die Zusammenarbeit von Frauen und Männern sollte ein normales Bild werden. "Immer noch sind Menschen erstaunt, wenn sie hören, dass es Seelsorgeamtsleiterinnen gibt." Dabei dürfe das keine Sonderfrage sein. Wichtig sei für sie, keine "Quotenfrau" zu sein. Sie sei jedoch mit dem Hinweis, dass man sich niemanden besseres für die Aufgabe vorstellen könne, gefragt worden. "Ich finde, unter der Bedingung kann man das machen."

rst/cas

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