Lehmann begrüßt vom Papst angekündigte Kommission zum Frauendiakonat

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Lehmann begrüßt vom Papst angekündigte Kommission zum Frauendiakonat

Kirche/Frauen

Kardinal Karl Lehmann hat die Ankündigung von Papst Franziskus begrüßt, eine Studienkommission zum Diakonat der Frau einsetzen zu wollen. Jetzt komme es auf die weiteren Schritte und die Besetzung der Kommission an, sagte der emeritierte Mainzer Bischof am Freitagabend auf dem Katholikentag in Leipzig.

Zuvor hatte das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) mit Blick auf die Papst-Ankündigung zur Eile in der Frauen-Frage gedrängt. "Es bleibt nicht mehr viel Zeit, um die Frauenfrage zu lösen", sagte die ZdK-Vizepräsidentin Claudia Lücking-Michel am Freitag. Zu befürchten sei ein weiterer Auszug der Frauen aus der Kirche. Dass Papst Franziskus eine Kommission angekündigt habe, mache Mut. Schon auf der nationalen Synode der westdeutschen Bistümer in Würzburg (1971-1975) sei eine Bitte an den Vatikan formuliert worden, die Einführung des Diakonats der Frau zu prüfen. "40 Jahre nach diesem Appell warten wir jetzt auf eine Antwort."

ZdK-Vizepräsidentin Karin Kortmann hatte am Donnerstag angekündigt, das Zentralkomitee wolle mit der Deutschen Bischofskonferenz eine gemeinsame Position zum Thema "Diakonat der Frau" für Papst Franziskus erarbeiten. Beim nächsten Zusammentreffen im Juni solle darüber gesprochen und ein Ergebnis erzielt werden. Durch die Ankündigung des katholischen Kirchenoberhaupts, dieses Amt und seine geschichtliche Tradition prüfen zu lassen, "haben wir enormen Rückenwind bekommen", so Kortmann.

Die meisten Fakten dazu seien seit Jahren bekannt, so Kortmann. Nun gehe es darum, sich gemeinsam für den Wunsch des Papstes einzusetzen und ihm zeitnah ein solches Papier zukommen zu lassen. Die Problematik dürfe nicht vertagt werden. Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob die katholischen Laien nicht auch das Priesteramt für Frauen anstreben wollten, sagte Kortmann: Das werde nicht angestrebt, "weil wir uns verheben würden". Der "Diakonat der Frau" sei als ein eigenes, selbstständiges Amt zu sehen und nicht als Vorstufe für die Priesterweihe.

cas/baj

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