Mosebach: Defizite an Lobpreis und Empathie in der Literatur

S. 105

S. 105

Mosebach: Defizite an Lobpreis und Empathie in der Literatur

Literatur/Kirche

Die europäische Literatur hat nach den Worten des Münchner Schriftstellers Martin Mosebach Defizite in der Fähigkeit, Lob, Pathos und Empathie auszudrücken. Diese mangelnde Ausdrucksfähigkeit sei ein Merkmal europäischer Kultur wie auch der Sprache über den Menschen im 20. und begonnenen 21. Jahrhundert, sagte er am Freitag auf dem Deutschen Katholikentag in Leipzig.

Ursachen dafür macht Mosebach historisch auch im Missbrauch von Sprache und Literatur durch die Politik aus. Insbesondere die Diktaturen des 20. Jahrhunderts seien mitverantwortlich dafür, dass die Sprache stark der Propaganda statt dem menschlichen Austausch gedient habe. Das habe auch Folgen für die Religion und die Liturgie.

Allerdings relativierte Mosebach Worte von Romano Guardini, der moderne Mensch sei zur Liturgie
nicht mehr fähig. Es gebe eine Krise im Dialog von Menschen mit Gott. In der säkularisierten Gesellschaft müssten die Christen um so stärker wieder lernen, eine verständliche und angemessene religiöse Sprache zu finden.

uwl/cas

Diese Seite teilen