Bode kritisiert Ökonomisierung auch des Glaubens

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Bode kritisiert Ökonomisierung auch des Glaubens

Katholikentag/Gottesdienste

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat Kirche und Gläubige vor Selbstzufriedenheit und Selbstgefälligkeit gewarnt. Glaube und Kirche bräuchten ständige Erneuerung, sagte er in einem Gottesdienst am Freitag auf dem 100. Katholikentag in Leipzig. Beide blieben hochgradig gefährdet von einer immer weiter zunehmenden Ökonomisierung in einer Gesellschaft, die nur noch den Gesetzen des Marktes folge. "Gott wirkt keine Wirtschaftswunder. Liebe ist unverkäuflich und Gott gibt sie gratis", so Bode.

Das gelte auch für die Katholikentage, fügte der Bischof hinzu. Diese verlören ihren Wert, wenn sie sich nur noch in hektischer Betriebsamkeit ergingen und ein übertriebenes Angebot um seiner selbst willen offerierten. Gott müsse immer an erster Stelle gesetzt werden.

Der Bischof würdigte die Glaubenstreue der Katholiken in Minderheitensituationen. Anders als manche Glaubensbrüder und -schwestern in christlich geprägten Gebieten hätten sie sich immer einen Sinn für das eigentlich Wesentliche des Glaubens bewahrt. Sie hätten immer schon mehr Vertrauen in die kleinen Zellen der Gemeinde gesetzt und sich für ihre Kirche engagiert.

An dem Gottesdienst in der Leipziger Liebfrauenkirche nahmen auch der Erzbischof von Riga, Zbignevs Stankevics, der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken, Georg Austen, sowie der  Vorsitzender des Sankt-Ansgarwerks der Diözesen Osnabrück und Hamburg, Ansgar Lüttel, teil.

jsw/cas

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