Julia Klöckner verlangt menschlichen Umgang mit Flüchtlingen

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Julia Klöckner verlangt menschlichen Umgang mit Flüchtlingen

Katholikentag/Flüchtlinge

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner fordert eine menschenwürdige Behandlung von Asylbewerbern. "Im Umgang mit Flüchtlingen gilt es, den einzelnen Menschen, nicht die 'Masse' oder die 'Welle' im Blick zu behalten", sagte sie am Freitag beim Katholikentag in Leipzig. Trotz der hohen Zahl Asylsuchender müsse man sich vor Augen führen, "dass es um den einzelnen Menschen, die einzelne Familie, das einzelne Schicksal geht". Klöckner äußerte sich bei einer Bibelarbeit.

Eine gelungene Integration könne nur über den unmittelbaren Kontakt zu den Betroffenen geschehen, unterstrich die CDU-Politikerin. "Offenheit und Transparenz sind Grundlagen des gedeihlichen Miteinanders." Klöckner erteilte der Vollverschleierung muslimischer Frauen erneut eine Absage. "Ich möchte das Gesicht sehen, um den Menschen zu erkennen, wenn ich ihm gegenüberstehe", erklärte sie. Die CDU-Politikerin hatte im rheinland-pfälzischen Landtagswahlkampf für ein Burka-Verbot sowie für eine Obergrenze beim Flüchtlingszuzug geworben. 

Das deutsche Grundgesetz sei nicht ohne die Tradition des christlich geprägten Abendlandes zu denken, fügte Klöckner hinzu. Leider gebe es in der Gesellschaft die Tendenz, die Fürsorge für den Nächsten an Organisationen abzugeben. "Der Mensch wird zur Gallenblase oder zum Nierenversagen auf Zimmer 23", so die katholische Theologin. Die Humanität einer Gesellschaft erweise sich aber am Umgang mit Minderheiten. "Das können Alte, Schwache, Kriminelle, Andersgläubige oder Flüchtlinge sein."

buc/cas

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