Thierse: Christen und Sozialdemokraten sollen gemeinsam gegen Rechtspopulisten vorgehen

Thierse: Christen und Sozialdemokraten sollen gemeinsam gegen Rechtspopulisten vorgehen

Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat dazu aufgerufen, dass Christen und Sozialdemokraten gemeinsam gegen Rechtspopulisten und Nationalisten die Stimme erheben. "Für die Verteidigung der Demokratie müssen wir zusammenstehen", sagte Thierse am Donnerstagabend in Leipzig. In diesem Zusammenhang nannte er die Rufe "Wir sind das Volk" von Pegida-Anhängern eine "böse Verfälschung der leidenschaftlichen Intention von 1989". Der SPD-Politiker betonte: "Wir sollten uns das nicht gefallen lassen." Er äußerte sich beim Empfang der SPD zum Katholikentag.

SPD-Generalsekretär Katarina Barley erklärte, sie habe vor der Entscheidung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) Respekt, die AfD nicht einzuladen. Deren Mitglieder lehnten es ab, die "Menschen, die zu uns kommen, als Menschen zu betrachten". Sie suggerierten, es käme "eine Masse, die uns bedroht". Es sei aber "unsere Aufgabe, die Menschen in ihrer Individualität zu sehen und ihnen zu helfen". Sie begrüßte deshalb das Motto des Katholikentags "Seht, da ist der Mensch". Zugleich sei es auch passend für die vielen Helfer. Es sei kein Zufall, dass es viele Christen seien, die den Flüchtlingen hülfen. 

Der Vorsitzende der sächsischen SPD, Martin Dulig, plädierte dafür, der imaginären Angst, die viele Menschen umtreibe, etwas entgegenzusetzen. Da reiche kein Zweckoptimismus, so Dulig. Man müsse sich ernsthaft mit ihnen auseinandersetzen. Er betonte, viele Ostdeutsche hätten eine falsche Vorstellung von der parlamentarischen Demokratie. Sie verbänden sie eher mit einem "Pizzadienst nach dem Motto 'Wir bestellen, ihr liefert!'" Es sei notwendig, viel Vertrauensarbeit zu leisten.

Der ZdK-Präsident Thomas Sternberg forderte unterdessen dazu auf, den Kontinent Afrika stärker in den Blick zu nehmen. Afrika müsse zu einem erstrangigen Thema in der Politik werden. So müssten endlich die Arbeitsbedingungen in den dortigen Ländern verbessert werden. Ansonsten stehe ein Flüchtlingsproblem von einem ganz anderen Ausmaß an. Die Staaten in Europa "werden die Mauern nicht so hoch ziehen können, um die Menschen davon abzuhalten, hierher zu kommen".

wil/cas

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