Triegel lässt sich Begriff "Abendland" nicht von Pegida-Anhängern wegnehmen

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Triegel lässt sich Begriff "Abendland" nicht von Pegida-Anhängern wegnehmen

Katholikentag/Kunst

Der Leipziger Maler Michael Triegel will auch weiterhin das Wort "Abendland" benutzen. "Jetzt erst recht", sagte Triegel am Donnerstag beim Katholikentag in Leipzig mit Blick auf die Verwendung des Begriffs durch Pegida-Anhänger. "Ich gebe diesen Begriff nicht preis." Dahinter stehe für ihn auch ein bestimmtes Wertesystem, mit dem er die Pegida-Anhänger konfrontieren wolle.

Weiter sagte Triegel, der in der DDR aufwuchs und sich vor zwei Jahren katholisch taufen ließ, in seinen Bildern bilde der Mensch stets den Mittelpunkt. Er stehe auch dazu, dass ihm bei der Darstellung oft seine Frau oder seine Tochter Modell stünden. So sei seine Frau Vorbild für die Darstellung der Maria auf den von ihm gefertigten Glasfenstern in der katholischen Kirche in Köthen in Sachsen-Anhalt gewesen. Er habe auch sich selbst als leidenden Jesus am Kreuz gemalt. In der Darstellung habe er seine Erfahrungen von Schmerz ausdrücken wollen. Für ihn sei es wichtig, mythische Figuren so darzustellen, dass Betrachter glauben könnten, ihnen auf der Straße zu begegnen. Er äußerte sich in einem Gespräch mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und anderen Künstlern zum Thema Kunst und Religion.

Die Regisseurin und DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier will in ihren Filmen die Perspektive der Opfer darstellen. Es ärgere sie, dass Täter immer eine große mediale Aufmerksamkeit erhielten. Dies habe sie dazu bewegt, sich auf die Opfer zu konzentrieren. Ihr Schicksal - etwa das von rund 500.000 nach dem Zweiten Weltkrieg aus Deutschland in die Sowjetunion verschleppten Frauen - dürfe nicht vergessen werden. Der Leipziger Schriftsteller Michael Lentz macht bei seinen Gedichten oft Anleihen aus der Bibel. Er sei zwar konfessionslos, "vielleicht sei er aber doch religiöser als mancher, der behauptet, es zu sein".

wil/cas

 

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