Nachhaltige Entwicklung: Staat setzt auf die Kirchen

S.211

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Nachhaltige Entwicklung: Staat setzt auf die Kirchen

Entwicklungshilfe/Religionen/Umwelt

Können Religionen die nachhaltige Entwicklung der Welt voranbringen? Kurienkardinal Peter Turkson jedenfalls betonte am Donnerstag auf dem Katholikentag in Leipzig die neue Dimension auch kirchlichen Handelns seit der Enzyklika "Laudato si". Der Vatikan sehe Menschen überall konkret und anders als früher in der Verantwortung. Wörtlich sagte er: "Wir alle sollen Teil einer globalen Sorge für den Planeten und für die mit ihm bedrohten Menschen sein." Auch von seinen Erfahrungen auf dem Weltklimagipfel in Paris konnte der Kardinal berichten, an der er als Chef der vatikanischen Delegation teilnahm: "Für das Abkommen war Lobbyarbeit unter den Nationen nötig. Wir mussten begreifen, dass nicht Schuldzuweisungen, sondern Lösungen zählen."

Bernhard Felmberg vom Entwicklungsministerium führte aus, dass sein Ministerium die Religionsgemeinschaften seit 2015 bewusster für die Arbeit an diesen Zielen einbinde und auf deren Kompetenz in Sachen Schöpfungs-, Friedens- und Entwicklungszusammenarbeit setze. Deren Helfer seien durch ihre weltweite Nähe zu Projektpartnern sehr oft für Staat und Regierung wichtig. Bei Katastrophen etwa seien kirchliche Helfer aufgrund bestehender Kontakte sehr oft die ersten, die in entlegenen Regionen aktiv werden könnten.

Der Hauptgeschäftsführer des kirchlichen Hilfswerks Misereor, Pirmin Spiegel, stellte zur Geschichte der Kampagnen für nachhaltige Entwicklung klar: Agenden setzten heute stärker als früher auf "Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung". Auch die Milleniums-Charta verfolge das Ziel, dass Menschen überall in der Welt zu Handelnden für die Entwicklung werden. Das gelte sowohl für kirchliche wie für säkulare Kampagnen.

uwl/baj

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