Ramelow: "Renaissance von Kirchenfeindlichkeit"

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Ramelow: "Renaissance von Kirchenfeindlichkeit"

Kirchen/Ostdeutschland

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (DIE LINKE) beklagt eine "Renaissance von Kirchenfeindlichkeit" in Deutschland. Davon nahm er auch Tendenzen in seiner eigenen Partei nicht aus. Er machte am Donnerstag auf dem 100. Deutschen Katholikentag in Leipzig zugleich deutlich, dass die Themen Religionsfreiheit und Religionsgewährung zusammengehörten und zum Durchsetzen dieser Rechte auch staatliche Unterstützung geboten sei. "Das gilt für Christen, Juden und Muslime gleichermaßen", so der Protestant.

Ein großes Kompliment zollte der Ministerpräsident den Verantwortlichen im katholischen Bistum Erfurt, die auf die Beleuchtung des Doms verzichteten, wenn, so Ramelow, "Herr Höcke von der AfD auf dem Domplatz seine seltsamen Veranstaltungen" abhalte. "Das ist eine klare Haltung gegen das, was dort gerufen wird", sagte Ramelow.

Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung Weimar, verteidigte die Entscheidung der Verantwortlichen des 100. Deutschen Katholikentags, keine Vertreter der AfD einzuladen. "Die Kirche muss ganz früh sagen: das ist nicht christlich", sagte Seemann. Wer politisch fordere, an der Grenze auf Flüchtlinge zu schießen und religiöse Minderheiten zu bekämpfen, der dürfe keinen Platz auf Podien des Katholikentags bekommen.

hst/cas

 

 

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