Anziehungspunkt Nikolaikirche

Anziehungspunkt Nikolaikirche

Katholikentag/Gebäude/Geschichte/Musik

Für viele Katholikentagsbesucher ist die evangelische Nikolaikirche in der Leipziger Innenstadt nach wie vor ein großer Anziehungspunkt. Im Herbst 1989 war das Gotteshaus zentraler Ausgangspunkt der friedlichen Revolution in der DDR. Der ursprüngliche Bau entstand bereits im 12. Jahrhundert im romanischen Still. In den folgenden Jahrhunderten gab es dann Erweiterungen im gotischen Stil.

Sie gehört zu den größten Kirchen in Leipzig und ist neben der Thomaskirche die bekannteste Kirche der Stadt. Der nach dem heiligen Nikolaus benannte Sakralbau ist Hauptkirche der evangelisch-lutherischen Sankt Nikolai-Kirchengemeinde in Leipzig. Sie wurde in der Zeit des Klassizismus völlig umgestaltet.

Durch die Predigten der Reformatoren Justus Jonas der Ältere und Martin Luther begann 1539 die Reformation in Leipzig. Die Nikolaikirche wurde damit Sitz des ersten Superintendenten der Stadt, Johann Pfeffinger.

Am Karfreitag 1724 führte Johann Sebastian Bach sein bis dahin umfangreichstes Werk, die Johannespassion, in der Nikolaikirche zum ersten Mal auf.

Die Montagsdemonstrationen, die gegen das DDR-Regime gerichtet waren, entwickelten sich aus den Montagsgebeten, die in der Nikolaikirche bereits Anfang der 1980er Jahre stattfanden. In den Novembertagen 1982 wurde in der Kirche zum ersten Mal in der DDR eine große Schautafel mit dem Symbol für Schwerter zu Pflugscharen öffentlich aufgestellt. Ende der 1989er Jahre gingen wöchentlich Zehntausende, manchmal sogar über 100.000 Menschen während der Montagsdemonstrationen auf die Leipziger Straßen, um für Demokratie, freie Wahlen und Reisefreiheit zu demonstrieren.

Pfarrer der Kirche war damals Christian Führer, der die Gemeinde bis 2008 leitete und auch im wiedervereinten Deutschland in seiner Kirche für mehr soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft eintrat. Er starb 2014. Sein Nachfolger ist Bernhard Stief.

Auf dem Katholikentag wird dort am Donnerstag ab 19 Uhr das Stücke "Ecce homo" des britischen Komponisten Colin Mawby uraufgeführt. Es singen unter anderem die Dresdner Kapellknaben, der Mädchenchor am Kölner Dom und das Vokalensemble Sankt Eugenia aus Schweden.    

wil/baj

 

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