Spirituelles - für "alte Hasen" und Suchende

S.100-112

Katholikentag/Spirituelles

Ein Pilgerweg in und um Leipzig, eine Werkstatt "Heilende Klänge", eine "Kreuzwegmeditation der anderen Art" - bereichernd breit ist das Spektrum des 100. Katholikentags. Die Zahl von 100 höchst unterschiedlichen Gottesdiensten wird durch spirituelle Angebote, Übungen und geistliche Lebenshilfe ergänzt. Das erläutert Lioba Speer, Projektreferentin für Großveranstaltungen beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Ordensleute, katholische Laien, Therapeuten und Musikpädagogen trügen viel dazu bei, dass "traditionelle Katholikentagsbesucher wie alte Hasen und ebenso Neulinge und Suchende in Leipzig finden, was sie abseits der Podien und politischer Diskussionen suchen". Bewusst seien Themen nah am Alltag der Menschen und Newcomer- Einführungen wie "Was heißt beten" ins Programm genommen worden.

Wie stark dabei die 80 Prozent nicht-christlichen Stadtbewohner neben den vielen Gästen spirituelle Angebote nutzten, "das können und wollen wir statistisch nicht nachprüfen". Gespannt erwartet Speer nach dem Ende der Tage in der Messe-Stadt dennoch persönliche Rückmeldungen von Gruppen- und Podienverantwortlichen gerade zu dieser Frage.

Alltagsnah sind auch Veranstaltungen wie etwa "Umgehen mit eigenem Leid", "Erfahrungen mit Glauben in der Depression" oder "Nein sagen - Von der Kraft, die Atem und Leben schafft". In den Bezirken zwischen Hauptbahnhof, Trinitatis-Propstei und dem Westplatz in der 500.000- Einwohner-Stadt schätzt Speer die besondere Rolle der Ordensleute für den Bereich Meditation und Exerzitien. "Aufgrund vergleichsweise kleiner Laien- und Seelsorger-Zahlen in Sachsen könnte die haupt- und ehrenamtliche Kirche dieses Programm allein nicht stemmen. Geistliche Gemeinschaften und Orden sind für diesen Bereich speziell in Leipzig eine prägende Kraft."

Der Blick auf Angebote rund um Martin Luther (Luther und die Augustiner, Beten mit Martin Luther) wirft nicht nur im Osten Deutschlands Fragen nach der Rolle des Katholikentages im Vorfeld des Reformationsjubiläums 2017 auf: "Gegenseitige Bereicherung und ökumenische Begegnung hat bei Katholikentagen eine lange Tradition", betont Speer. Durch das Jubiläum bekomme die Suche nach geistlichen Gemeinsamkeiten einen neuen Schub: "Jenseits abgeschlossener Diskussionen um Grundsatzfragen ist das hier eine wirklich schöne Erfahrung."

uwl/baj

Diese Seite teilen