Ausstellung als Brückenschlag zwischen Katholikentag und Reformationsjubiläum

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Ausstellungen

Wenn der Katholikentag zu Ende geht, naht das nächste kirchliche Großereignis: Das Reformationsjubiläum im kommenden Jahr. Die evangelische Kirche erinnert dabei an den Thesenanschlag Martin Luthers, der der Überlieferung nach vor 500 Jahren in Wittenberg stattfand. Einen Brückenschlag zwischen den beiden Großveranstaltungen versucht die Schau, die unter dem Katholikentags-Leitwort "Seht, da ist der Mensch" steht. Bereits seit Ende April zeigt sie Werke 18 internationaler und regionaler Künstler, die sich mit dem Menschen in der Gegenwart auseinandersetzen.

"Wir präsentieren kein festgefügtes Menschenbild, doch zeigt sich immer wieder, welch hohe Relevanz das christliche Menschenbild auch für die Gegenwartskunst noch besitzt", erläutert die Kuratorin Annegret Laabs. Sie ist auch Leiterin des Magdeburger Kunstmuseums "Kloster Unser Lieben Frauen". 

Die Leipziger Werkschau bildet den Auftakt des Kunstprojekts und ist bis zum 12. Juni mit verschiedensten Darstellungen zum Thema Mensch in Fotos, Bildern, durch Skulpturen, Videos und Installationen zu sehen. Der zweite Teil mit neuen Künstlern ist ab Mai kommenden Jahres im Magdeburger Kunstmuseum zu besichtigen. 

Thematisch greifen die in den vergangenen beiden Jahrzehnten entstandenen Werke etwa das Leben in Natur oder Zivilisation auf, Aspekte des Älterwerdens, menschliche Vereinsamung, Tod und Sterben, Krieg und Flucht sowie die neuen Formen der Selbstdarstellung heutiger Jugendlicher im digitalen Zeitalter.

Lucas Foglia etwa ist mit Arbeiten aus seiner Fotoserie "A Natural Order" vertreten. Der amerikanische Fotograf konfrontiert mit dem Ursprünglichen und zeigt das Leben von Menschen, die sich außerhalb der amerikanischen Gesellschaft und Zivilisation gestellt haben. Ursula Neugebauer hat Frauen porträtiert, die als Prostituierte auf dem Berliner Straßenstrich arbeiten. Sehr zart zeichnet sie Mund und Augen und Nase. 

Die Geschichte der Bilder der Menschen sei in der christlich-abendländisch geprägten Kunst die Geschichte der religiösen Bilder, sagt Annegret Laabs. "Ohne das Christentum wäre das Bild, das wir heute vom Menschen haben, so nicht denkbar." Die Ausstellung sei Anlass, heute über das Bild des Menschen, das globale Menschsein nachzudenken. Das Projekt endet im November 2017.

 rst/cas

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