"Eines der außergewöhnlichsten Projekte"

S. 346

Musik

Die Turangalila-Sinfonie des französischen Komponisten Olivier Messiaen (1908-1992) wird auf dem Katholikentag am Samstag erstmals mit Tanz aufgeführt. Mit dem Leipziger Mendelssohnorchester werden um 20 Uhr in der Sporthalle Brüderstraße 100 Tänzer auftreten, davon 80 Kinder aus sächsischen Tanz- und Grundschulen. "Es ist einer der außergewöhnlichsten Projekte auf dem diesjährigen Katholikentag", meint der Vorsitzende des Katholikentags-Arbeitskreises Kultur, Guido Erbrich. Denn für das Projekt seien bewusst keine Kinder mit christlichem Hintergrund ausgesucht worden.

Messiaen komponierte das Werk in den Jahren 1946 bis 1948 für das Boston Symphonie Orchester; es wurde 1949 in Boston uraufgeführt. Der Komponist verband in dem Stück die Themen Natur, Liebe und Spiritualität. "Damit passt die Sinfonie perfekt in das Katholikentagsprogramm", so Erbrich.

Die Turangalila-Sinfonie ist eines der Werke der Neuen Musik, die sich trotz aufwendiger Besetzung, ungewöhnlicher Instrumentation und langer Spieldauer im Konzertsaal gehalten haben - auch wenn es aus diesen Gründen nicht oft aufgeführt wird.

Die Tanzperformance zur Sinfonie wurde von der Choreographin Montserrat Leon mit den Schülern eingeübt. "Die Kinder sind total begeistert", so Leon, "auch wenn sie das Stück bisher nur aus Lautsprechern und noch gar nicht live vom Orchester gehört haben." Der Musikalische Leiter David Timm sieht in dem Projekt vor allem einen Ausdruck des christlichen Menschenbildes: "Die Teilhabe möglichst vieler Kinder und Jugendlicher ist ein Grundgedanke des Katholikentags, den wir verwirklichen wollten."

sdk/baj

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