Musik über ein offenes Menschenbild

Colin Mawby: Ecce homo (Uraufführung) / S. 339

Musik

Zum Jubiläum "100 Jahre Katholikentag" hat der englische Komponist Sir Colin Mawby das Oratorium "Ecce homo" komponiert. Das sakrale Musikwerk ist am Donnerstag um 19 Uhr in der Nikolaikirche unter Beteiligung mehrerer internationaler Chöre erstmals zu hören.

Der 1936 geborene Mawby, einer der bekanntesten englischen Komponisten für sakrale Musik, hat das Leitwort des Katholikentags "Seht, da ist der Mensch" in seinem Oratorium in Töne gefasst. Die Uraufführung mit 160 Sängern aus dem In- und Ausland zählt zu den kulturellen Höhepunkten der Großveranstaltung.

Zum 100. Katholikentag sei der Wunsch nach einem besonderen Werk mit theologischer Ausrichtung entstanden, erklärt der Vorsitzende des Arbeitskreises Kultur des Events, Guido Erbrich. "Mawby ist der perfekte Komponist dafür. Er hat ein offenes Menschenbild und steht mit beiden Beinen in der Kirche."

Im Zentrum des Stücks steht die zentrale Textpassage aus dem Johannesevangelium, in der Jesus als Gefangener dem Volk präsentiert wird. Zu dem Zitat "Seht, da ist der Mensch" stellte Mawby Texte aus den Psalmen bis zu einer Ansprache von Papst Johannes XXIII. die allesamt den Menschen behandeln. "Die Vertonung ist anspruchsvoll, emotional und berührend", so Erbrich. Durch die Kombination verschiedener Sprachen und Gefühlsebenen verkörpere das Stück zudem die Vielfalt des Menschlichen.

Hinzu kam der Wunsch das 500-jährige Reformationsgedenken 2017 in das Oratorium einzuarbeiten. So wirken neben dem katholischen Mädchenchor am Kölner Dom, den Dresdner Kapellknaben und dem Vokalensemble Sankt Eugenia aus Stockholm auch die evangelische Biederitzer Kantorei sowie die Leipziger Chöre Vocalconsort und Camerata Lipsiensis mit. "Das Ergebnis ist ein ökumenisches und internationales Projekt", so Erbrich.

sdk/baj

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