"Sicherheit steht im Vordergrund“

Katholikentag/Polizei/Gesundheit

Leipzig ist vorbereitet. Bis Sonntag kommen mehr als 50.000 Teilnehmer zum 100. Deutschen Katholikentag in die sächsische Metropole. Damit die gut 1.000 Veranstaltungen wie Diskussionspodien, Gottesdienste und Konzerte reibungslos über die in der ganzen Innenstadt verteilten Bühnen gehen können, haben die Planer seit Monaten an einem umfassenden Sicherheitskonzept gefeilt. "Die Sicherheit der Teilnehmer steht immer im Vordergrund", betont Katholikentagssprecherin Katrin Schomaker. Polizei, Feuerwehr und Malteser-Rettungsdienst stehen bereit.

Die Polizei Leipzig sieht den Katholikentag als durchaus herausfordernde Aufgabe, rechnet aber nicht mit größeren Problemen. "Anders als bei Demonstrationen von Rechts- oder Linksextremen gehen wir von keinem erhöhten Gewalt- und Gefahrenpotenzial aus", sagt Polizeisprecher Andreas Loepki. Er rechnet mit einem eher "flankierenden" Einsatz der Polizei, vergleichbar mit der Begleitung eines großen Volksfests oder des 200-Jahr-Jubliläums der Völkerschlacht 2013. Mehrere Hundert Beamte stehen dennoch bereit. Rund um die Uhr ist ein Leitungsstab besetzt, der auch die Kontakte zu Feuerwehr und Rettungsdiensten hält.

Zugleich machen die Sicherheitsbehörden deutlich, dass es keine Hinweise auf geplante Störungen oder Anschläge auf das Christentreffen gibt. "Wir haben seit längerem für ganz Deutschland eine latente Gefahr, aber keinerlei Sondersituation hier für den Katholikentag", betont Loepki. Auch die Katholikentagsleitung spricht von business as usual.

Wie bei vielen der vergangenen Katholikentagen ist der Malteser Hilfsdienst auch in Leipzig im Einsatz. Aus ganz Deutschland sind dazu rund 450, zumeist ehrenamtlich Engagierte in die Messestadt  gekommen, um bei Verletzungen oder medizinischen Notfällen als erste Ansprechpartner vor Ort zu sein. "Unsere Teams sind über die gesamte Innenstadt verteilt", sagt Malteser-Sprecher Klaus Walraf. Vier Sanitätsstationen sind durchgehend besetzt. Mobile Einsatzgruppen begleiten alle größeren Veranstaltungen. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Ersthelfer meist um kleinere Blessuren wie Schürfwunden und umgeknickte Knöchel, aber immer wieder auch um Kreislaufschwächen kümmern müssen.

"Auch wenn wir keine Hitzeschlacht erwarten, kann ich nur allen Besuchern raten, genügend zu trinken und vor allem auch immer wieder Pausen zwischen den einzelnen Veranstaltungen zu machen", sagt Walraf. Er empfiehlt feste Schuhe statt Flipflops. Zugleich steht auch der Leipziger reguläre Rettungsdienst bereit, um Notfälle schnell versorgen zu können.

Besonderen Aufmerksamkeit der Sicherheitskräfte wird natürlich die politische Prominenz genießen: Allen voran Bundespräsident Joachim Gauck, der zum Auftakt am Mittwochabend auf dem Leipziger Marktplatz erwartet wird. Eskortiert von seinen Personenschützern. Und klar ist auch, dass die An- und Abreise von Tausenden Besucher für den ein oder anderen Stau sorgen wird. Hinzu kommen am Freitag zwei für die Innenstadt angemeldete Demonstrationen, die allerdings inhaltlich nichts mit dem Katholikentag zu tun haben. Ein fremdenfeindlicher Legida-Aufmarsch ist nicht zu erwarten.

has/cas

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