Ökumene nach Herzenslust

Programmheft: S. 307-318

Programmheft: S. 307-318

Ökumene nach Herzenslust

Katholikentag/Ökumene

Die ökumenische Herzkammer des 100. Deutschen Katholikentags liegt in der Leipziger Hainstraße. Dort, zwischen Marktplatz und Brühl, liegen mit den Leipziger Foren und den Salles de Pologne zwei zentrale Veranstaltungsorte des Themenbereichs "Ökumene". Dort werden katholische, evangelische, orthodoxe und andere Christen in den nächsten Tagen nach Herzenslust diskutieren und feiern, beten und auch streiten. Das konfessionelle Miteinander zählt zu den zentralen Themen des Leipziger Treffens - nicht nur wegen des 2017 anstehenden Reformationsgedenkens.

Der Themenbereich greift eine Reihe von ökumenischen Kontroversen auf und macht Wege der Verständigung anschaulich. Zentrale Podiumsdiskussionen befassen sich mit dem Papstamt ("Fels in der Brandung oder Stein des Anstoßes?"), dem christlichen Menschenbild, der Frage nach Ehe und Familie, dem Kirchenverständnis sowie am Freitag mit dem Thema: "Der Weg ist nicht das Ziel - warum Ökumene nicht am Ende ist". An dieser Runde nehmen unter anderem Bundestagsvizepräsident Norbert Lammert sowie der soeben emeritierte Mainzer Bischof Karl Lehmann teil (Programm S. 312).

Die 500-Jahrfeier der Reformation wirft auch im Katholikentagsprogramm ihre Schatten voraus. An einer Veranstaltung "Martin Luther - heute von vielen neu entdeckt" nimmt am Freitag auch der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm statt (Programm S. 311). Zuvor fragen Fachleute bei "Luther für morgen", was man vom Reformator lernen kann. In der Reihe "Gesichter der Reformation" können sich die Besucher über Persönlichkeiten wie Caritas Pirckheimer, Heinrich Bullinger, Katharina Zell, Catherine Booth, Charles Wesley oder Thomas Cranmer informieren.

Der Ökumene-Schwerpunkt in Leipzig greift auch brisante aktuelle Fragen wie die nach Krieg und Frieden auf. Ein Podium am Donnerstag steht unter dem Motto "Nation schlägt Glaube? Kirche im Spannungsfeld zwischen Pazifismus und Nationalismus" (Programm S. 310). Daneben gibt es Veranstaltungen zur Ökumene in Osteuropa oder zum christlichen Beitrag für eine gute Gesellschaft. Bei einem Erzählcafé tauschen sich konfessionsverbindende Paare über ihre Erfahrungen aus. Eine mehrteilige Gesprächsreihe befasst sich mit kirchlichen Flüchtlingserfahrungen.

Ein Thema darf bei einem Christentreffen in der "Heldenstadt" Leipzig, wo im Oktober 1989 das DDR-Regime ins Wanken geriet, nicht fehlen. Unter dem Titel "Ökumene der Gaben" fragt eine Veranstaltung am Freitag nach den Erfahrungen vor, während und nach der friedlichen Revolution. Und der zentrale ökumenische Gottesdienst des Treffens, an dem auch orthodoxe und freikirchliche Vertreter teilnehmen, findet in der evangelischen Leipziger Nikolaikirche statt, die durch die Montagsgebete in der Wendezeit weltberühmt wurde.

buc/cas

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