Zur Person: ZdK-Präsident Thomas Sternberg

Zur Person: ZdK-Präsident Thomas Sternberg

Katholikentag/Leute

Es ist sein erster Katholikentag als ZdK-Präsident: Thomas Sternberg (64) wurde erst im November als Nachfolger von Alois Glück an die Spitze des obersten katholischen Laiengremiums gewählt.

Von seinem Vorgänger übernahm er auch die Entscheidung, die rechtspopulistische AfD von den Podien des Leipziger Katholikentags auszuschließen – eine auch innerkirchlich viel diskutierte Entscheidung.

Sternberg, der aus einer Bäcker-Familie in Westfalen stammt und selbst zunächst dieses Handwerk erlernte, leitet seit 1988 die Katholisch-Soziale Akademie Franz Hitze Haus in Münster. An der dortigen Uni ist der Vater von fünf Kindern seit 2001 Honorarprofessor für Kunst und Liturgie.

Politisch engagiert sich das Mitglied der CDU-Fraktion im Düsseldorfer Landtag vor allem im Bereich der Kultur. Von 1989 bis 2004 war er Mitglied des Kulturausschusses im Rat der Stadt Münster. 1999 wurde er Ratsherr in Münster und war dort von 2002 bis 2003 kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Von 2003 bis 2007 war er Sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages.

Dem Landtag in Düsseldorf gehört Sternberg seit 2005 an. Er ist Sprecher seiner Fraktion im Ausschuss für Kultur und Medien und gehört dem Ausschuss für Innovation, Wissenschaft und Forschung an. Seit 2012 ist Sternberg Mitglied im NRW-Landesvorstand der CDU.

Im Rundfunkrat des Westdeutschen Rundfunks (WDR) ist er seit 2010 aktiv, unter anderem als stellvertretender Vorsitzender des Programmausschusses. Sternberg engagiert sich zudem im Kunsthochschulbeirat des Landes Nordrhein-Westfalen, ist Mitglied im Beirat der Kunststiftung NRW, im Kuratorium der Kunstsammlung NRW sowie im Vorstand der Landesmusikakademie NRW.

In ersten Interviews und Stellungnahmen als ZdK-Präsident hat sich der Sauerländer für einen offenen Dialog der Katholiken mit Protestanten, aber auch Muslimen, Juden und Religionslosen stark gemacht. Die katholische Kirche ist für ihn auf dem Weg in die Minderheit, sollte sich darüber aber nicht beklagen, sondern lernen, ihre Anliegen offen zu vertreten. „Wir müssen Sauerteig werden“ hat der gelernte Bäcker den Delegierten des ZdK in seiner Antrittsrede gesagt.

Sternberg nannte in seiner Vorstellung die Menschenwürde, den Schutz des Lebens und der Flüchtlinge als zentrale Aufgaben. Dazu brauche es überzeugte Christen, die in der Welt ihren Platz haben. Und eine Kirche, in der nicht nur die Bischöfe das Sagen haben, sondern auch das Kirchenvolk mitredet und mitbestimmt.

Frühere Frontstellungen - hier die Laien und dort die Bischöfe - spielen für Sternberg trotz Differenzen in Detailfragen eine immer geringere Rolle. Innerhalb der Laienbewegung wie bei den Bischöfen beobachtet er eine zunehmende Pluralisierung. In dieser Situation komme es vor allem auf den Dialog an - um dann zu gemeinsamen Aktionen zu kommen und in die Gesellschaft hineinzuwirken.

cas/baj

Diese Seite teilen