Flüchtlinge, Islam und Dialog mit Konfessionslosen - Thematische Schwerpunkte des Katholikentags

Kirche/Gesellschaft

Flüchtlinge, Migration, Integration, Fremdenfeindlichkeit - diese Themen stehen im Zentrum des 100. Katholikentags in Leipzig. Zu seinem runden Geburtstag lädt das Katholikentreffen in über 1.000 Veranstaltungen aber auch zum Dialog mit Religionslosen und Atheisten ein. Auch der Islam gehört zu den Schwerpunktthemen.

"Fremd ist der Fremde nur in der Fremde" lautet die Überschrift zu einem Podium mit Bundestagspräsident Norbert Lammert. "Vergesst die Gastfreundschaft nicht" ist der Titel einer Veranstaltung mit Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU), Günter Burkhardt von Pro Asyl und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Über "Aufstehen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit" diskutiert Wolfgang Thierse (SPD) mit Gesprächspartnern aus Sachsen und Berlin.

Über die Zukunft von Wirtschaft und Entwicklungshilfe debattieren zum Beispiel Bundeskanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) und Kardinal Reinhard Marx. Bundespräsident Joachim Gauck spricht zur Eröffnung des Katholikentags - ebenso wie Altbundespräsident Christian Wulff.

Weitere politisch-gesellschaftliche Diskussionen werden sich mit der Zukunft der deutschen Außenpolitik, den Herausforderungen des Klimawandels, dem Krieg in der Ukraine, dem Zusammenhalt Europas, der Zukunft der Biomedizin und Reproduktionstechnik, den Herausforderungen der Pflege, dem Umgang mit Sterben und Tod und auch den Problemen der neuen Medienwelt befassen.

Der Katholikentag kommt zu seinem runden Geburtstag in eine Region, die zum einen für Christen ausgeprägte Diaspora ist. Deshalb ist der Dialog mit Konfessionslosen im Programmbereich "Leben mit und ohne Gott" ein weiterer wichtiger Schwerpunkt. Unter diesem Slogan stellen sich auch der evangelische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) aus Thüringen und Sachsen-Anhalts katholischer Landesvater Reiner Haseloff (CDU) dem Gespräch mit Nichtgläubigen. Und bei "Kneipengesprächen" suchen die Bischöfe Wolfgang Ipolt (Görlitz) und Stefan Oster (Passau) mit einem Bier an der Theke den Kontakt zu Nicht-Christen.

Ein besonderes Projekt ist die Aktion "Off Church": Fünf stilisierte liturgische Orte sollen in der Stadtmitte aufgestellt werden, darunter eine Kanzel mit der Aufforderung: "Geh hoch und sag was Nettes!" An einer Fürbittenwand können digital Anliegen "eingespeist" werden. Nach dem Druck auf die Enter-Taste ertönt: "Wir bitten dich, erhöre uns." Ein Zelt mit einem nachgebauten Tabernakel, der als Briefkasten dient für "alles, was mir wichtig und heilig ist". Die dort eingeworfenen Zettel kommen allabendlich in die Propsteikirche und werden dort am echten Tabernakel aufgehängt.

Neben dem zentralen Gottesdienst zum Hochfest Fronleichnam und dem Hauptgottesdienst am Sonntag wird es knapp 80 weitere Gottesdienste geben. Liturgische Feiern mit evangelischen und orthodoxen Christen sowie der Dialog zwischen Christen, Juden und Muslimen nehmen zudem eine wichtige Rolle ein. Weitere Besonderheiten sind etwa ein Gottesdienst im Hauptbahnhof, die Nacht der Lichter mit Brüdern aus Taizé und Light of Christ, ein abendlicher Stationenweg zu Fronleichnam.

cas/baj

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