Wo die Geschlechter sich begegnen - Zentrum für Männer und Frauen

S. 187 ff

Gesellschaft/Frauen/Männer

"Nachdenken über Sex, Gender und das Ebenbild Gottes" ist der Titel einer Veranstaltung zum Thema Männer und Frauen beim Katholikentag in Leipzig. Die Vorträge, Gottesdienste, Werkstätten und Führungen finden vorwiegend im Landesgymnasium für Sport im Westen von Leipzig statt. "Etwas außerhalb des Zentrums, aber gut zu erreichen", wie Ruth Paßen, Verantwortliche für den Programmbereich, betont. Sie freut sich besonders auf das "Worldcafe" am Donnerstag. Titel dieser Veranstaltung ist "Überall ist Gender". Das Besondere: Diskutiert wird in kleinen Gruppen an Tischen. Weitere Themen sind sexuelle Gewalt, Prostitution und Menschenhandel, Frauen auf der Flucht sowie Homosexualität und Frauen in der Politik.

Dabei geht es auch viel um eigene Erfahrungen: So erzählen Missbrauchsopfer ihre Geschichte, lesbische Frauen tauschen sich aus, aber auch männliche Gewaltopfer sprechen miteinander. Zugleich wird es immer wieder ganz praktisch: Ein Coach gibt Anregungen für eine "glückliche Ehe", ein Vater berichtet über "Männer in Elternzeit". Männer können sich auch in der Küche ausprobieren und Cocktails mischen, in einem Schwertkampf sollen Teilnehmer zu innerer Stärke finden. Angeboten wird auch ein "geschlechtskritischer Stadtrundgang" unter dem Motto "Gender in the City". 

Auch der theologische Blick kommt nicht zu kurz: Junge Ordensfrauen berichten über den Wandel im Ordensleben, es gibt einen "geschlechterbewussten Blick auf lehramtliche Dokumente" und anhand der Deutschen Seelsorgestudie vom vergangenen Jahr wird über den Zölibat diskutiert. Die ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche stellt "Lesbischwule Gottesdienstgemeinschaften" vor. 

Nicht fehlen darf die Politik: Am Samstag findet eine Veranstaltung zum Thema "Politik von und für Frauen" statt. Dazu eingeladen sind unter anderen die CDU-Bundestagsabgeordneten Maria Flachsbarth und Elisabeth Winkelmeier-Becker sowie die frühere Kirchenbeauftragte der SPD, Dagmar Mensink.

Ausstellungen beschäftigen sich unter anderem mit den "Stillen Heldinnen". Das sind in diesem Fall Frauen aus dem Bistum Dresden-Meißen, es gibt ein Gemälde von Frauen mit Missbrauchserfahrungen, und der Bonner Künstler Ralf Knoblauch stellt seine "Königsskulpturen" vor. 

wil/baj

 

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