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Datum:
28. Mai 2022

Gesellschaft/Generationen


Risse zwischen den Generationen? Katholikentag diskutiert über Jung und Alt


Demokratie ist mühsam. Was gerade junge Leute ungeduldig macht, wenn es um die Bekämpfung der Klimakrise geht. Wolfgang Thierse erfüllt das mit Sorge.

Der ehemalige Bundespräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat sich besorgt über das Verhältnis der jungen Generation zur Demokratie geäußert. Die Ungeduld der Jüngeren etwa in der Klimadebatte sei verständlich. Er sorge sich aber, dass sie zu mehr Unzufriedenheit mit der Demokratie führenkönne, sagte Thierse am Samstag beim Katholikentag in Stuttgart. Dass Veränderungen langsam vorangingen, habe mit der Beschaffenheit der Demokratie zu tun. „Ich habe so viel auf Demokratie gehofft“, sagte er mit Blick auf seine ostdeutsche Biografie, „dass ich jetzt immer noch ein tiefsitzendes Vertrauen in die Demokratie habe“.

Beim Podium „Ok Boomer – Neuer Streit zwischen den Generationen“ nannten die Vertreter der jungen Generation die Klimakrise als wichtiges Thema ihrer Generation. Die 20-jährige Livia Kerp kritisierte, dass erst etwas Grundlegendes wie ein Krieg oder Fukushima passieren müsse, damit sich politisch etwas ändere. Der 78-jährige Thierse betonte, dass es zur Demokratie gehöre, Mehrheiten zu beschaffen. Öffentlicher Druck beispielsweise durch Demonstrationen sei dazu wichtig, müsse aber danach in politische Entscheidungen übersetzt werden.

Die CDU-Bundestagsageordnete Mechthild Heil rief dazu auf, nicht nur für Veränderungen zu demonstrieren, sondern zu handeln. „Wenn man was bewegen will, muss man sich in die Position bringen, wo man was verändern kann“. Heil äußerte sich „erschüttert“ darüber, dass gerade eine Generation heranwachse, die aus ihrer Beobachtung von Angst getrieben sei.

Kerp sprach sich für das Wahlrecht ab 16 Jahren aus, wohingegen Wolfgang Thierse konterte: „Das Wahlrecht für junge Menschen ist nicht die Erlösung.“ Die Wahlbeteiligung sei unter jungen Leuten deutlich niedriger als unter Senioren. Die jungen Leute ließen sich hier eine Mitbestimmungschance entgehen.


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