Über 30.000 beim Gottesdienst

Deutscher Katholikentag in Münster beendet

Deutscher Katholikentag in Münster beendet

Über 30.000 beim Gottesdienst

Mit einem festlichen Gottesdienst unter freiem Himmel ist am Sonntag der 101. Deutsche Katholikentag in Münster zu Ende gegangen. An der Messe auf dem Schlossplatz nahmen mehr als 30.000 Menschen teil.

Der Gottesdienst stand unter dem Motto "... hinaus in alle Welt". Eigens dafür hatte der Komponist Klaus Wallrath eine"Missa da pacem" komponiert, eine Friedensmesse für Chor und Orchester, die von der Dommusik Münster aufgeführt wurde.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, rief die Christen auf, sich nicht in die Sakristei zurückzuziehen, sondern in die Welt hinauszugehen und Zeugnis für Jesus Christus abzulegen. Beim Katholikentag in Münster sei es nicht um "Wohlfühlkatholizismus" gegangen, sondern um Selbstvergewisserung. "Wir wollen Instrument des Friedens sein", betonte Marx und fügte hinzu, wenn nicht die Christen hinausgingen, wer sollte es dann tun? Weiter versicherte der Kardinal, dass man nicht nachlassen werde in der Ökumene. Bei allem Ringen, auch unter den Bischöfen, gehe es darum zu zeigen, "dass wir eins sind".

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, forderte die Christen auf, zu einem Miteinander beizutragen, "in dem die Menschen sich nicht einigeln in ihren Echoräumen, wo sie sich nur selbst bestätigen". Christen sollten "offen und fair miteinander Frieden zu suchen". Die Gesellschaft brauche nicht das "ich zuerst"" sondern Rücksicht auf die anderen. Dazu gehöre auch Dialog mit anderen Religionen, denn richtig gelebte Religionen seien nicht Ursache von Krieg, sondern "Motor des Friedens".

Weiter erinnerte Sternberg daran, dass auch die Kirche Frieden suchen müsse, im Großen wie im Kleinen. Sie wandle sich und das sei gut. Der Auftrag des Papstes laute, gemeinsam an einer synodalen Kirche zu bauen. Doch so weiblich die Kirche längst sei, die Frauen kämen nicht ausreichend zur Geltung. Dies könne nicht so bleiben.

Erneut verwies der ZdK-Präsident darauf, dass die konfessionsverbindenden Ehen die Keimzellen der Ökumene seien: "Im Anliegen, die christlichen Familien auch offiziell in der Eucharistiegemeinschaft zu verbinden, sehen wir uns in Übereinstimmung mit der übergroßen Mehrheit der Priester und Bischöfe in Deutschland."

Seit Mittwoch hatten an dem Treffen mehr als 50.000 Dauergäste und weitere 25.000 Tagesgäste teilgenommen. Der Katholikentag stand unter dem Leitwort "Suche Frieden"; es erhielt durch die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, aus dem Atomabkommen mit dem Iran auszusteigen, besondere Aktualität. Innerkirchlich ging es auch um die Frage des Kommunionempfangs für evangelische Partner in konfessionsverschiedenen Ehen.

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kolumbiens Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos hatten sich an den Podien beteiligt. Umstritten war der Auftritt eines AfD-Politikers. Im nächsten Jahr ist in Dortmund der Evangelische Kirchentag geplant. 2021 findet in Frankfurt am Main der dritte Ökumenische Kirchentag statt.

Foto: katholikentag.de / Benedikt Plesker

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