Frieden: So nötig wie nie

Eröffnungsfeier auf dem Domplatz

von Carolin Hasenauer und Julia Rosner

Im Fokus der Eröffnungsfeier des Katholikentags 2018 auf dem Münsteraner Domplatz steht die derzeitige politische, unfriedliche Situation. Doch auch der Friede zwischen den Religionen und Konfessionen spielt in den Reden der Prominenz eine große Rolle.

Dunkle Wolken ziehen zum späten Nachmittag über dem Münsteraner Domplatz auf. Dennoch warten rund 18.000 Menschen friedlich. Sie warten, dass der 101. Katholiken offiziell eröffnet wird. Nachdem die Band effata[!] den Platz mit dem Lied "Halleluja" der Kölner Band Brings in Stimmung gebracht hat, beginnt die Moderatorin Susanne Becker-Huberti die Eröffnungsfeier.

Gemeinsam mit Felix Genn, Bischof von Münster, spricht sie über die Bedeutung von Frieden. Genn nimmt Bezug auf die unfriedliche derzeitige Situation an, den Syrienkrieg, Trump und Nordkorea. 

Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der ebenfalls bei der Feier auf der Bühne steht, geht auf die Weltpolitik ein: "Man denkt, die Welt ist aus den Fugen geraten." Er kritisiert, dass einige das Attentat in Münster politisch instrumentalisiert hätten. Dennoch freut er sich, dass "der Katholikentag als Signal für die ganze Gesellschaft dienen kann."

Handys ausdrücklich erwünscht!

Zwischen den Reden sorgt der Chor des Gymnasium Paulinum Münster, der Chor "Piano 22/30" gemeinsam mit der effata[!]-Band für gute Stimmung im Publikum. Fast alle singen aus ihren Programm- und Liedheften mit.

"Eigentlich wird man bei Großveranstaltungen gebeten, die Handys auszuschalten - nicht hier", sagt Moderatorin Becker-Huberti. Sie animiert die Besucher, die Frage "Wo finde ich Frieden?" online zu beantworten. Nach kurzer Zeit steht das Ergebnis fest und ist auf der großen Leinwand nachzuverfolgen: In der Familie finden die meisten Frieden.

Auch ZdK-Präsident Thomas Sternberg begrüßt die Menge, insbesondere die evangelischen Gläubigen - tosender Applaus. Als er die aktuelle politische Situation in den Fokus seiner Eröffnungsrede stellt, Nationalismus und Fremdenhass verurteilt, applaudieren die Besucher weiter. "Frieden kann man nicht alleine finden", erklärt Sternberg gegen Ende seiner Rede.

Wunsch nach Ökumene

Und als hätte man es nicht besser planen können: Als das Friedenslicht aus Betlehem angezündet wird, bahnt sich die Sonne durch die Wolken.

Am Ende der Eröffnungsveranstaltung tritt Bundespräsident Frank Walter Steinmeier auf die Bühne. "Als das Thema 'Suche Frieden' für den 101. Katholikentag gewählt wurde, war noch nicht klar, dass es so gut passen würde", sagt er. Auch von der Weltpolitik und den internen Bemühungen um Frieden im eigenen Land spricht er. Seinen Schwerpunkt legt der Bundespräsident jedoch auf die Ökumene. "Die Kirche kann nur noch als Gemeinsames glaubwürdig sein." Steinmeier bittet den Papst um ein weiteres ökumenisches Zusammenwachsen und das gemeinsame Abendmahl: "Lassen Sie uns Wege suchen." Auch auf die Kreuzdebatte geht Steinmeier ein: Das Kreuz gehöre zur kulturellen Identität von Deutschland. Dennoch gibt er zu bedenken, dass "was sonntags im Gottesdienst fehlt, kann das Kreuz im Behördeneingang nicht füllen." 

Abschließend betet Bischof Felix Genn gemeinsam mit allen Besuchern das Katholikentagsfriedensgebet. Die Chöre beschließen die Eröffnungsfeier mit dem Lied "An Tagen wie diesen" der Band "Die Toten Hosen". Moderatorin Becker-Huberti kommentiert: "So viele Erzbischöfe, Bischöfe und Priester haben noch nie gemeinsam etwas von den Toten Hosen gesungen."

Fotos: katholikentag.de / Julia Rosner und Carolin Hasenauer

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