Münster stimmt sich ein

Abend der Begegnung

Am Mittwochabend fand nach der Eröffnung des Katholikentags der traditionelle Abend der Begegnung statt.

In der Münsteraner Innenstadt bewegten sich die Massen - an die 18.000 Menschen wurden gezählt - vom Domplatz zu den umliegenden Straßen und Plätzen. Hier stellten sich die sechs Regionen des Bistums Münster vor, denn Deutschlands flächenmäßig drittgrößtes Bistum hat eine ungewöhnlich vielfältige Struktur.

Die Bischofsstadt Münster präsentierte sich direkt vor dem Sankt-Paulus-Dom. Dort war auch der Schauspieler Leonard Lansink anzutreffen, bekannt als Münsteraner TV-Kommissar "Wilsberg". "Wir sind alle Westfalen", betont der im Ruhrgebiet geborene Darsteller das Verbindende.

In die Region Niederrhein, die nicht nur mit ihrer Römerstadt Xanten und dem Marienwallfahrtsort Kevelaer glänzt, waren es an diesem Abend bloß wenige Minuten Fußmarsch. Als lokale Spezialität gab es an den Ständen dieser Bistumsregion Reibekuchen mit Rübenkraut.

"An der Nordseeküste" - auch dort liegt das Bistum Münster, einschließlich der Insel Wangerooge. Kein Wunder, dass an diesem Abend vor allem Fischbrötchen hoch im Kurs standen - aufgeboten vom Bischöflich Münsterschen Offizialat Oldenburg, wie der Bistumsteil offiziell heißt. Aber auch hier lag der Duft von Reibekuchen in der Luft, ebenfalls eine typische kulinarische Spezialität der Region.

Der Platz vor der Überwasserkirche war schon vor dem offiziellen Beginn des Abends gut gefüllt. "Der niedersächsische Teil des Bistums unterscheidet sich stark vom Teil in Nordrhein-Westfalen", so der Platzverantwortliche Stefan Hölters. Das sollte an diesem Abend deutlich werden. Und so kamen die Besucher in den Genuss von Shantychören und einem Gospelchor, der plattdeutsche Lieder singt. Und mittendrin verkaufte Dietmar Kattinger eine ganz besondere Köstlichkeit: "Das ist eine Friedenswurst, die extra für den Katholikentag hergestellt wurde." Er selbst hatte die Idee dazu. Entwickelt und produziert wurde die scharfe Wurst von einem Metzger aus Visbek.

Ganz anders stellte sich die Region Steinfurt/Warendorf dar. Hier wartete das Spezialgericht "Pfefferpotthast", während die Nordwalder Korbflechter ihre Kunst präsentierten. Klaus Allendorf hatte sich mit seinen Vereinskollegen auf dem Innenhof des Rathauses einen Platz gesucht und zeigte sein Handwerk. "Im Winter haben alle Leute in der Region Körbe geflochten", erzählte er. Auch heute sei das Körbeflechten wieder in.

Das Ruhrgebiet, auch ein Teil des Bistums Münster, zeichne sich durch die Offenheit der Menschen aus, erklärte Peter Joachimsmeier von der Band "Quasi 40" aus Herten. Die Combo stand an diesem Abend als Repräsentant der Region auf der Bühne. Außerdem ist Joachimsmeier stolz auf das Thema Integration, das im Pott selbstverständlich war. Deutsche, Türken und Griechen arbeiten dort in den Zechen und Fabriken gemeinsam. Deswegen sei das Ruhrgebiet ein Schmelztigel der Kulturen. 

Im angrenzenden Westmünsterland lieben die Menschen "Stippmilch mit Schwarzbrot". Die Konditorei Telgmann aus Werne verkaufte die Quarkspeise auf dem Prinzipalmarkt, sichtlich stolz auf ihre leckere Spezialität.

Einige Eindrücke zum Abend der Begegnung finden Sie auf unserer Facebook-Seite. Weitere Beiträge folgen.

Foto: katholikentag.de / Katharina Tenberge

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