"Halt im Glauben gefunden"

Holocaust-Überlebende Erna de Vries eröffnet Ausstellung

von Thomas Rekendt, Alena Riha und Melis Sahin

Sie ist eine der letzten Zeitzeugen des Holocaust und setzt sich für Frieden und Versöhnung ein: Erna de Vries. Auf dem Katholikentag eröffnete die 94-jährige nun die interaktive Ausstellung "Ich geh durch Krieg und Frieden" und erzählte dabei auch von ihrer Erlebnissen im Nationalsozialismus.

Foto: katholikentag.de / Thomas Rekendt, Alena Riha und Melis Sahin


Zwei große Räume von jeweils neun Quadratmetern stehen für Frieden bzw. für Krieg. Verbunden sind sie durch einen Gang, durch den der Besucher zwischen den beiden Räumen wechseln kann. 

Zu Beginn müssen die Besucher sich entscheiden, in welchen Raum sie zuerst eintreten. Die Ausstellung lohnt außerdem einen zweiten Blick: Mit Kopfhörern und einer Taschenlampe ausgerüstet können die Besucher in einem zweiten Durchgang verborgene Details und eine noch intensivere Atmosphäre entdecken.

Schutt und Geröll, eine zerbombte Mauer und wahllos verteilte Gegenstände, dazu Kälte und ein unangenehmer Geruch: Der Kriegsraum gibt dem Besucher einen intensiven Eindruck davon, wie es in Krisengebieten aussehen kann. 

Im totalen Kontrast dazu steht der Friedensraum: Warmes Licht, ein aufgeräumtes Zimmer voll mit Alltagsgegenständen, wie sie für viele selbstverständlich sind sowie Pflanzen.

Erna de Vries erlebte als Jugendliche die Schrecken des Nationalsozialismus und überlebte das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau sowie das KZ Ravensbrück. Die heute 94-jährige lebt in der Samtgemeinde Lathen, Emsland.

Erna de Vries eröffnete die Ausstellung "Ich geh durch Krieg und Frieden" zusammen mit Organisator Daniel Meyer zu Gellenbeck. Die Ausstellung soll nach dem Katholikentag an verschiedenen Schulen weiter ausgestellt werden.

Schon viele Jahre erzählt Erna de Vries vor allem vor Jugendlichen aus ihrem Leben, damit die schrecklichen Ereignisse des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten. Dies hatte ihre Mutter ihr bei ihrem letzten Zusammentreffen in Auschwitz aufgetragen.

Schüler der Erna de Vries-Realschule in Münster überreichten der Namensgeberin ihrer Schule ein Präsent.

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