Politisches Zeichen

Gegen Populismus und Fremdenfeindlichkeit

Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit sind nicht mit dem Christentum und dem christlichen Abendland vereinbar

Der 101. Katholikentag soll ein Zeichen für die "Bereitschaft der Christen zu Solidarität, Toleranz und Verantwortungsbereitschaft" sein. Das Christentreffen werde "eine klare Manifestation gegen Populismus und Fremdenfeindlichkeit in unserem Land", sagte Prof. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK) am Mittwoch in Münster.

Nationalismus und Egoismus verschafften der Gesellschaft keinen Vorteil bei der Bewältigung der "großen Herausforderungen unserer Gegenwart".

Der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, sagte, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit oder Hetze gegen Menschen mit Behinderungen müssten als "menschenfeindlich und zutiefst unchristlich" benannt werden. "Dumpfe rechtspopulistische Parolen haben weder mit dem Christentum noch mit dem Abendland, geschweige denn mit der Suche nach Frieden zu tun", sagte Genn. Christinnen und Christen dürften die Augen vor diesen Tendenzen nicht verschließen. Mit Blick auf die Einladung des religionspolitischen Sprechers der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz, sagte Genn, der Katholikentag dürfe nicht als harmonisches Familientreffen missverstanden werden. "Wir müssen diese Propagandisten und Lautsprecher argumentativ in ihre Grenzen verweisen", sagte Genn vor Journalisten. Münz nimmt als Podiumsgast an der Veranstaltung "Nun sag?, wie hast du?s mit der Religion??" am Samstagnachmittag teil.

Der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Norbert Lammert, findet die Entscheidung richtig, auch ein Mitglied der AfD zum Katholikentag nach Münster einzuladen. Es sei ?schwer erträglich?  und vermutlich auch nicht streitfrei zu lösen, wie man vorgehe, wenn man die Meinung des eingeladenen Gastes so gar nicht teile , sagte Lammert beim traditionellen Empfang der Konrad-Adenauer-Stiftung auf dem Katholikentag am Mittwochabend in Münster. Sein Eindruck sei es aber, dass mit der Einladung, die ?weniger falsche Entscheidung? getroffen worden sei, so der frühere Bundestagspräsident.

Lammert ergänzte: Es spreche auch einiges dafür, dass auch unter den Katholikentagsteilnehmern einige dazu beigetragen hätten, dass die AfD bei der vergangenen Bundestagswahl dieses Wahlergebnis erzielen konnte.
(krm)

Foto: katholikentag.de / Katharina Tenberge

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