Humans of Katholikentag

Typische und untypische Besucher auf dem Katholikentag

von Silja Perterer, Claudia Leimser, Nina Niedermayr, Christina Weiler und Carolin Hasenauer

Der Katholikentag ist bunt: was das Programm, die Banner, aber auch die Besucher angeht. Doch wer sind die Menschen, die von Mittwoch bis Sonntag in Münster unterwegs sind? Wir sind einigen von ihnen begegnet.

Nach oben

katholikentag.de / Christina Weiler

Die Schwestern Britta, 55 Jahre, und Silvia, 63 Jahre, kommen ursprünglich aus Münster. Die Frauen verkaufen Katholikentag-Schals und sammeln Spenden. Der Verkauf läuft so gut, dass sie bereits ausverkauft sind.

Welche Veranstaltungen gefallen Ihnen am besten?
Britta: Das Kulturprogramm, die Workshops. Ich bin gespannt, was noch kommt.

Welches Gefühl?
Britta: Pure Lebensfreude, die Leute sind einfach gut drauf.  Zusammengehörigkeit spürt man hier sehr!
Silvia: Gemeinschaft – vielleicht spielt da auch das Wetter mit rein. Alle begegnen sich freundlich.

Wie sieht für Sie der typische Katholikentagsbesucher aus?
Britta: Das ist schwer zu sagen, weil jede Altersgruppe hier ist. Es gibt Jugendliche, solche mittleren Alters, ältere Leute. Ich würde aber insgesamt sagen, dass hier mehr Frauen als Männer sind. Man sieht ihnen den Katholizismus nicht an - die haben ja keinen Heiligenschein (lachen).
Silvia: Offen und freundlich sind die Leute.

katholikentag.de / Silja Perterer

Das Ehepaar Georg, 54 Jahre, und Petra, 55 Jahre, ist aus Görlitz nach Münster gereist. Zum ersten Mal waren die beiden auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 dabei. In der DDR gab es 1987 in Dresden auch ein ostdeutsches Katholikentreffen, an dem Georg und Petra teilgenommen haben.

Welche Veranstaltungen beim Katholikentag besuchen Sie am liebsten?
Ganz unterschiedliche. Das kann eine gute Podiumsdiskussion sein, das kann aber auch ein schönes Konzert sein. Insgesamt treffen wir uns hier gerne mit Menschen.

Welches Gefühl verbinden Sie mit dem Katholikentag?
Eine große Einheit zu sein, wir leben in der Diaspora. Wir sind da ganz aktiv. Wer zur uns zur Kirche kommt, der ist aktiv. Diesen Aspekt hier unter die Menschen zu bringen, das ist uns wichtig.

Wie würden Sie den typischen Katholikentagsbesucher beschreiben?
Freundlich, zugänglich und Friede stiftend.

katholikentag.de / Silja Perterer

Benjamin ist mit dem Zug aus Rockenhausen in der Pfalz nach Münster angereist. Er und die Mädels von der evangelischen Jugend helfen ehrenamtlich mit. Meistens müssen sie dabei einfach stehen, warten, den Leute weiterhelfen und Fluchtgänge freihalten, erzählen sie. Benjamin ist zum ersten Mal auf einem Katholikentag.

Evangelisch? Warum helft ihr auf dem Katholikentag?
Einfach weil man hilft, wo man helfen kann. Und ich selbst zum Beispiel bin sowieso katholisch.

Welche Veranstaltungen gefallen dir am besten?
Mir gefallen eigentlich am besten diese großen Gottesdienste. Das ist einfach so beeindruckend.

Welches Gefühl gibt dir der Katholikentag?
Dass Glaube gar nicht klein ist, wie man vielleicht denkt. Also dass es doch noch viele Leute gibt, die sich für sowas begeistern können… das macht Spaß.

Wie sieht für dich der typische Katholikentagsbesucher aus?
Glücklich.

katholikentag.de / Silja Perterer

Hans, 81 Jahre, kommt aus dem fränkischen Ansbach. Fast 500 Kilometer liegen zwischen seinem Wohnort und Münster – und er ist alleine in die Friedensstadt gereist. In diesem Jahr ist er zum fünften Mal auf dem Katholikentag.

Was zieht Sie immer wieder her?
Zum einen will ich einfach mit den Leuten reden, die herkommen. Außerdem war ich viele Jahre lang in der KAB engagiert, ich setze mich ein. Denn die Rechte der Arbeitnehmer sind in unserer Gesellschaft nicht so angesehen, die werden immer wieder schnell unter den Tisch gebügelt. Zur Zeit gibt‘s ja das Problem mit den verkaufsoffenen Sonntagen – wer hält das aus? Wenn jemand dort Verkäuferin ist, was soll die mit der Familie machen? Manche zerbrechen darunter so, weil sie einfach keine Zeit haben füreinander. Das nicht weiterhin zu dulden, dafür setz' ich mich ein.

Welche Veranstaltungen besuchen Sie am liebsten?
Die, die Arbeitnehmerfragen aufgreifen. Also schon die politischen Veranstaltungen. Aber auch die Gottesdienste besuche ich gerne. Ansonsten habe ich viele Begegnungen mit Leuten, die in der Arbeitnehmer-Seelsorge tätig sind.

Wie würden Sie den typischen Katholikentagsbesucher beschreiben?
Einen an seinem Glauben und an der christlichen Gemeinschaft interessierten Menschen.

katholikentag.de / Claudia Leimser

Jeny, 31 Jahre, wohnt mit ihrer Familie ganz zentral am Prinzipalmarkt in Münster.Dort kann es auch mal ziemlich laut werden. Wegen ihres einjähriges Sohns werden die drei das lange Wochenende bei Oma und Opa außerhalb von Münster verbringen.

Welche Veranstaltungen haben Sie schon besucht?
Ich war schon mit ihm bei der Eröffnungsveranstaltung, wir wollten ein bisschen Musik hören. Dann haben hier die Trommeln gespielt – eigentlich wollte ich gerne was mit Melodie für den Kleinen, damit er auch mitklatschen kann (lacht). Aber er findet das natürlich total spannend! Ist zwar jetzt total müde, aber ich finde es schön, wenn er einfach ein bisschen was von dem miterlebt, was hier los ist. Es ist auch einfach so, dass die Stimmung so friedlich und freundlich ist! Allein, dass wir an solchen vollen Tagen so viel Verständnis für den Kinderwagen bekommen.

Wie würden Sie den typischen Katholikentagsbesucher beschreiben?
Sehr freundlich und aufgeschlossen, ja tatsächlich.

katholikentag.de / Silja Perterer

Bruder Elia, der eigentlich auf den Namen Johannes getauft wurde, lebt im Kloster Nütschau, zwischen Hamburg und Lübeck. Der 45-jährige Benediktinermönch ist mit drei seiner Mitbrüder nach Münster gereist. Bruder Elia wurde im Münsterland geboren und hat in der Friedensstadt studiert. Deshalb freut er sich ganz besonders wieder hier zu sein.

Wohin sind Sie gerade unterwegs?
Ich habe kein festes Programm für heute Abend. Ich schaue einfach, wem ich so begegne – so wie ich Ihnen gerade begegne (lacht). Man trifft ja immer Menschen hier und ich freue mich auf den Abend.

Welche Veranstaltungen interessieren Sie besonders?
Wenn ich keine Präsenzzeit bei dem Angebot von uns Benediktinern in der Ludgerikirche habe, werde ich wahrscheinlich hauptsächlich zu Veranstaltungen gehen, die sich rund um Politik und Gesellschaft drehen. Zu Podien, vielleicht werde ich auch an Workshops teilnehmen, mal schauen.

Welches Gefühl verbinden Sie mit dem Katholikentag?
Gemeinschaft. Gemeinschaft im Glauben. Man merkt hier einfach, wie viele interessiert sind und einfach auch ihr Leben aus dem Glauben heraus gestalten. Und diesen engagierten Menschen zu begegnen, das tut einfach gut.

Diese Seite teilen