Thierse: Wir müssen uns wachsender Verrohung entgegenstellen

Meldung

Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat dafür geworben, einer Zunahme von antidemokratischen Haltungen und einer wachsenden Verrohung eine Kultur der Mitmenschlichkeit und Solidarität entgegenzustellen.

"Wir müssen diejenigen unterstützen, die eine Willkommenskultur leben", sagte Thierse am Samstag beim Katholikentag in Leipzig. Er freue sich darüber, dass diese Kultur nach wie vor gelebt werde und spürbar sei. 

Thierse beklagte, dass Nationalismus und Rassismus "wieder politikfähig werden". Der Hass gegenüber Ausländern und demokratischen Politikern werde immer direkter spürbar. Die Zahl der Brandanschläge und Gewaltattacken habe sich vervielfacht. Pegida, Legida und die Wahlerfolge der AfD seien alarmierende Signale.

Nach der politischen Wende 1989 hätten viele auf ein "goldenes Zeitalter" gehofft. Dies habe sich leider nicht eingestellt, so der SPD-Politiker. Mit den Flüchtlingsbewegungen nach Europa habe es eine "neue dramatische Wendung der Geschichte" gegeben. Diese Bewegung sei auf ein "wieder gespaltenes Europa" getroffen. Jetzt gelte es, sich auf die Seite derer zu stellen, die "unseren Schutz brauchen". 

wil/cas

Diese Seite teilen