
Jugend ist gerufen, an der Kirche mitzuarbeiten
BDKJ-Diözesanleiterin Andrea Heim im Gespräch
Viele junge Teilnehmer des Katholikentags kommen in einer Gruppe ihres Jugendverbandes nach Mannheim. Andrea Heim (29) ist seit 2008 hauptamtliche Diözesanleiterin des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Erzbistum Freiburg und ist dort für Kirchenpolitik zuständig. Beim Katholikentag leitet die KJG-lerin den Arbeitskreis Jugend, der das Jugendzentrum vorbereitet. Im Gespräch erzählt uns Heim von den Aufbrüchen der Jugendlichen und den Plänen für das Jugendzentrum.
katholikentag.de: Das Leitwort des Mannheimer Katholikentags lautet Einen neuen Aufbruch wagen - das müsste Jugendlichen doch ziemlich leicht fallen, oder?
Heim: Ja, klar. Aufbrechen hat immer etwas mit Jugendlichen zu tun, vielleicht auch, weil es den Jugendlichen leichter fällt aufzubrechen oder weil man als Jugendlicher immer unterwegs ist.
katholikentag.de: Wo können Jugendliche beim Katholikentag den Aufbruch erleben?
Heim: In ganz vielen Veranstaltungen der Jugendkirche, Gottesdiensten und Gebeten wird viel davon zu spüren sein. Und danach geht es auch weiter: Die Liebfrauenkirche im Stadtteil Jungbusch wird auch nach dem Katholikentag eine Jugendkirche sein. Außerdem gibt es in vielen Workshop kleine kirchen- und friedenspolitischen Aufbrüche. Da kann jeder für sich auch einen kleinen Aufbruch wagen und neue Impulse mitnehmen.
katholikentag.de: Gibt es bei den Jugendlichen schon im Vorfeld einen Aufbruch zum Katholikentag?
Heim:Wir haben auf Vorschlag von Jugendlichen aus den Verbänden das "Projekt Samuel" gegründet. Dort werden Jugendliche vor Ort gefragt, wie sie sich Kirche wünschen. Der Prophet Samuel passt dazu sehr gut, denn er wurde ganz jung von Gott gerufen und hat erst auch nicht gecheckt, dass Gott ihn meint und nicht seinen Lehrer. Jetzt wollen auch wir ernst nehmen, dass wir gerufen sind, an der Kirche mitzuarbeiten.
katholikentag.de: Wie wurde an und mit dem Projekt Samuel gearbeitet?
Heim: Es gab die klassische Gruppenstunde, aber es gab auch Konferenzarbeit auf Dekanats- und Diözesanversammlungen der einzelnen Verbände. Natürlich ist aber auch die Mini-Gruppe dabei, die ein Lied umdichtet oder die KJG-Kindergruppe, die Sonnenstrahlen bastelt - da hat es viele unterschiedliche Formen der Beteiligung gegeben.
katholikentag.de: Wie fließen die Visionen der Jugendlichen in den Katholikentag ein?
Heim: Aus allen Rückmeldungen entsteht jetzt ein Thesenpapier, das vom BDKJ beschlossen wird und auf dessen Inhalt dann an unserem Stand auf dem Katholikentag präsentiert werden. Die wichtigsten Inhalte wollen wir mit Jugendbischof Karl-Heinz Wiesemann diskutieren und dabei wollen wir sehen, wo es Neues gibt oder wo es vielleicht auch keinen Aufbruch geben kann.
katholikentag.de: Wo spürt man heute schon, dass im Mai der Katholikentag im eigenen Bistum stattfindet?
Heim: Das ist überall zu spüren. In jedem Verband merkt man das, weil alle mit einer eigenen Aktion beim Katholikentag dabei sind. Letztens war ich abends noch im Büro und gleichzeitig haben sich zwei Gruppen zur Vorbereitung des Katholikentags getroffen. Es ist ein großes Anliegen der Jugendlichen, sich dort cool zu präsentieren und mit Inhalten dabei zu sein. Jeder Verband bringt sich mit dem Thema ein, dass ihn auch prägt: Arbeit bei der CAJ und bei der Kolpingjugend, Land bei der KLJB und die KJG wird in der Kirche präsent sein. Da ist unheimlich viel zu spüren. Und nicht nur die Leitungsgremien beschäftigen sich damit: Wir haben die Pilgerstäbe bei den Diözesanversammlungen der Verbände übergeben, so dass auch in der Breite wahrgenommen wird, dass der Katholikentag in Mannheim bevorsteht.
katholikentag.de: Ist das Motto „Aufbruch wagen“ oder die Großveranstaltung „Katholikentag“ für die Jugendlichen wichtiger?
Heim: Ich glaube, Jugendliche haben es nicht so ganz einfach mit Slogans, auch wenn Einen neuen Aufbruch wagen schon sehr gut ist und der Jugend sehr aus dem Herzen sprechen dürfte. Aber es ist trotzdem noch der Katholikentag als Großveranstaltung und die Jugendlichen nehmen auf jeden Fall mit, dass es viele Möglichkeiten gibt, sich mit seinem Verband einzubringen.
katholikentag.de: Welche Bedeutung haben denn die Jugendlichen beim Katholikentag, wo sich schließlich alle Katholiken treffen?
Heim: Die Jugendlichen spielen eine große Rolle, weil sie ein sehr großer Teil der Teilnehmer sind. Wir wollen auch nochmal speziell die Kommunionkinder und Firmlinge dieses Jahres einladen. Das Jugendzentrum ist sicher das bunteste und das wildeste, das kleinteiligste und komplizierteste Zentrum. Ich glaube, das auf das Jugendzentrum auch besonders geachtet wird, weil das immer auch mit Zukunft zu tun hat, wenn die Jugend zusammen kommt. Und die Aufbrüche im Jugendzentrum werden ganz sicher besonders vielfältig sein.
Interview: Benedikt Plesker
Bild: BDKJ Diözesanverband Freiburg











