Kunst trifft Religion
Auf wie viele verschiedene Arten man Videos präsentieren kann, zeigt die Schweizerin Pipilotti Rist in ihrer aktuellen Ausstellung „Augapfelmassage“ in der Kunsthalle Mannheim. Die international anerkannte Künstlerin ist berühmt für ihre Videoproduktionen, Skulpturen und Installationen.
Die Ausstellung ist Teil des Kulturprogramms des Katholikentags, zusammengestellt unter Leitung von Peter Zürcher. „In ihren Werken zeigt Pipilotti Rist die Körperlichkeit und Schönheit des Menschen“, erklärt Zürcher.
Werk „I Couldn’t Agree With You More“ (etwa: Ich bin ganz deiner Meinung): Die Künstlerin Pipilotti Rist spielt auch selbst in ihren Videos mit.
Werk „Administrating Eternity“ (etwa: Die Ewigkeit verwalten): Der Besucher selbst wird zur Projektionsfläche durch das Labyrinth mit beweglichen, transparenten Stoffbahnen.
Werk „Administrating Eternity“ (etwa: Die Ewigkeit verwalten): Pipilotti Rist nennt das Werk „Wald aus Licht“ – das Licht durchdringt die halbtransparenten Stoffe.
Werk „Administrating Eternity“ (etwa: Die Ewigkeit verwalten): Die anderen Besucher in diesem Raum sind zum Teil nicht ganz sichtbar. Man kann nur ihre Schatten erkennen.
Werk „Selbstlos im Lavabad“: Der Fleck ist das Video - im Boden ist die Videoprojektion überraschend platziert, so dass man sie fast übersieht.
Werk „Eine Spitze in den Westen, ein Blick in den Osten“: Um Pipilottis frühere Werke zu sehen, muss der Besucher seinen Kopf durch ein Loch stecken.
Werk „Lungenflügel“: Diese Videopräsentation lädt den Besucher zum Entspannen ein, da er sich gemütlich mit Kissen auf einen Teppichboden legen kann, um das Video zu erleben.
Werk „Yoghurt On Skin – Velvet On TV“ (etwa: Joghurt auf der Haut - Samt im Fernsehen): Das Video befindet sich in einer Tasche, welche auf einem Samthocker positioniert ist.
Werk „Yoghurt On Skin – Velvet On TV“ (etwa: Joghurt auf der Haut - Samt im Fernsehen): Ein LCD-Monitor befindet sich im Inneren einer Tasche.
Die Kunsthalle verwandelt sich in eine visuelle Landschaft. Pipilotti Rist bindet den Besucher durch ihre kreativen Installationen auf unterschiedliche Arten in die Ausstellung ein. Manche Videoprojektionen erlebt man am besten am Boden liegend oder wenn man den Kopf durch ein Loch steckt. Sie zeigt ihre bewegten Bilder auf Böden, Wänden und Gegenständen.
In den Werken nimmt die Künstlerin zentrale Themen in den Blick und behandelt gesellschaftliche Tabus, den menschlichen Körper und die Würde des Menschen. Gewisse Themen der Ausstellung finden sich auch in den Inhalten des Katholikentags wieder. „In der christlichen Botschaft steht schließlich auch die Würde des Menschen im Vordergrund“, sagt Zürcher. „Die Werke sollen die Augen für den Realismus öffnen, was auch mit dem Motto des Katholikentags ‚Einen neuen Aufbruch wagen´ in Verbindung steht.“
Text und Bilder: Sarah Peischer, Nina Rehrl





