Merkel fordert Stärkung von Familien

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auf dem Mannheimer Katholikentag mit Blick auf den demografischen Wandel zu einer Stärkung von Familien aufgerufen. Sie seien “der natürliche Ort, wo Generationen Verantwortung füreinander übernehmen“, sagte sie am Freitag. Hier müssten staatliche Maßnahmen ansetzen, um das Zusammenleben der Gesellschaft von morgen zu organisieren. Familien verdienten den Schutz des Staates. Gleichzeitig müsse ihnen Wahlfreiheit eingeräumt werden, das Leben nach ihren eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen zu gestalten.
Dazu gehörten in erster Linie Maßnahmen zu besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine neue Organisation von Lebensarbeitszeit, sagte Merkel. So sei es wichtig, neue Regelungen für ein Zeitmanagement zu entwickeln, das es Menschen ermögliche, Zeit besser für die Familie zu verteilen. Gleichzeitig brauche es eine neue „Kultur des älteren Arbeitens“ wie etwa eine Wertschätzung von Erfahrung, Kenntnis und Routine der Älteren gegenüber Schnelligkeit und Flexibilität der Jüngeren. Die Arbeitgeber rief die Kanzlerin auf, für eine “richtige Mischung von Jung und Alt“ im Berufsleben zu sorgen.
Ehrenamtliches Engagement Älterer weiter fördern
Dass Menschen heute viel öfter ein gesegnetes Alter erreichten als früher, sei “ein Grund, erwartungsfroh in die Zukunft zu sehen“, so die Kanzlerin. Für die Gesellschaft berge das einen unschätzbaren Gewinn. Merkel dankte in diesem Zusammenhang ausdrücklich der älteren Generation für ihr massenhaftes freiwilliges Engagement. Gerade in Kirchengemeinden, aber auch in Vereinen und Verbänden wisse man ihren Einsatz zu schätzen. Dieser Bereich müsse weiter gefördert werden, so Merkel. Die Ressourcen dieser Generation würden gerade in einer Gesellschaft, in der es immer mehr Ältere und immer weniger Jüngere gibt, gebraucht.
Die Kanzlerin forderte außerdem dazu auf, die Schwächen des Alters nicht aus der Diskussion auszuklammern. Dazu gehöre auch die Frage nach einem würdevollen Sterben. „Die Würde des Menschen ist keine Frage des Alters und der Gesundheit“, sagte Merkel. Ein würdevolles Sterben stehe nicht zur Disposition. Die Bundeskanzlerin äußerte sich auf einer Podiumsdiskussion zum Thema “Aufbrüche in eine(r) Gesellschaft des langen Lebens – Welche Chancen bietet der demografische Wandel?“.





